Instabilität droht

100-Meter-Schutt-Monster liegt jetzt über Blatten

Ausland
02.06.2025 10:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem gewaltigen Gletscherabbruch im Kanton Wallis türmt sich der Schuttberg über dem verschütteten Dorf Blatten teils bis zu 100 Meter hoch. Das gaben die Behörden nach ersten Messungen bekannt. Noch immer ist das Gelände so instabil, dass Aufräumarbeiten ausgeschlossen sind.

Wie der kantonale Geologe Raphael Mayoraz gegenüber der Schweizer Zeitung „Le Nouvelliste“ erklärte, sei das Material aktuell „fest“, doch das könne sich jederzeit ändern. Der Experte war gemeinsam mit Spezialisten erstmals direkt auf dem Schuttberg gelandet, um die Konsistenz zu prüfen. Der potenzielle Risikofaktor: Gletschereis. Schätzungen zufolge besteht rund ein Drittel der insgesamt neun Millionen Kubikmeter aus Eisresten des abgebrochenen Gletschers.

Schutt instabil – Eis könnte zu Bewegung führen
„Bisher haben wir keine größeren Risse oder Einstürze festgestellt“, so Mayoraz. „Das kann sich jedoch ändern, wenn das Eis zu schmelzen beginnt.“ Mit steigenden Temperaturen droht also zusätzliche Instabilität. Um frühzeitig Veränderungen zu erkennen, wurden im Katastrophengebiet Kameras installiert. Diese kontrollieren sowohl den Schuttberg als auch den dahinterliegenden Stausee rund um die Uhr.

Der Fluss Lonza, der durch Blatten floss, verläuft nun in einem neuen, durch den Schutt geformten Bett. Die Wasserführung sei „relativ kontrolliert“, betonte Mayoraz. Auch hier werden potenzielle Materialbewegungen engmaschig beobachtet.

Weitere Schäden im Wallis durch Schlammlawine
Unterdessen kam es im oberen Val de Bagnes zu einem weiteren Erdrutsch: Eine Schlammlawine zerstörte am Montagmorgen eine provisorische Notbrücke bei Lourtier, die erst im September 2024 nach Unwettern errichtet worden war. Die Brücke verband die Orte Champsec, Lourtier und das obere Tal miteinander. Die Gemeinde bestätigte entsprechende Berichte. Bereits im Sommer 2024 hatten sich im Wildbach Fregnoley mehrfach Muren ins Tal gewälzt – der Bach soll nun gesichert werden.

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