„Brauch ma net“. Nicht wenige hierzulande stehen dem Song Contest grundsätzlich mit einer klassisch österreichischen „Brauchma net“-Haltung gegenüber. Jetzt, nach dem zweiten österreichischen Sieg innerhalb von elf Jahren kippt das auf vielen Ebenen. Und so wächst die Bewerberliste für die Ausrichtung des ESC 2026 beinahe stündlich. Für unsere heutige Ausgabe haben wir eine Auswahl der an der Ausrichtung des Mega-Events interessierten Städte unter die Lupe genommen – und mit der aus dem Song Contest bekannten Punktewertung gereiht. Dabei reicht es für das burgenländische Oberwart derzeit nur für fünf Punkte – scheitert es doch allein schon an den nicht ausreichend vorhandenen Nächtigungsmöglichkeiten. Sechs Punkte geben wir Linz und Wels, sieben St. Pölten, acht Graz. Da müssen sich aber erst die skeptische kommunistische Bürgermeisterin und der skeptische freiheitliche Landeshauptmann zu einem klaren Bekenntnis zur Regenbogen-Veranstaltung durchringen. Innsbruck schafft es in dieser ersten „Krone“-Wertung auf den zweiten Platz, die 12 Punkte hat aber Wien gepachtet. Die Mitbewerber dürfen sich nur mit der Erkenntnis trösten, dass auch beim ESC schon oft Favoriten gestrauchelt sind.
Ein Tausendsassa. Wer ist nun überhaupt dieser unter dem Künstler-Kürzel JJ auftretende Johannes Pietsch, der in der Nacht auf Sonntag den ESC 2025 in Basel überlegen gewonnen und damit den ESC 2026 nach Österreich geholt hat? Der mittlerweile 24-jährige Wiener mit philippinischer Mutter hatte 2020 den Anmeldeschluss bei „The Voice Of Germany“ verpasst und war dafür beim britischen Pendant „The Voice UK“ untergekommen. Ein Jahr später schaffte er es bei „Starmania“ bis in die Finalrunde. In Wien besuchte er nach der Matura die Opernschule in der Wiener Staatsoper, reüssierte mit seiner Countertenorstimme, die er an der Musik- und Kunst-Privatuniversität in Wien im Sologesang-Studium weiter ausbildet, in Staatsopernproduktionen wie der „Zauberflöte“ oder „Von der Liebe Tod“. Wo er seine Zukunft sieht? In Klassik UND Pop. Ein Tausendsassa. Er wird die Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
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