Gänsehaut-Gefühl. Man muss gar nicht sonderlich katholisch – oder auch überhaupt nicht katholisch – sein, um vom neuen Papst Leo XIV. in seinen Bann gezogen zu werden. Michael Pichler, ein g´standener, abgebrühter „Krone“-Reporter, als Südtiroler perfekt Italienisch sprechend, hat in Zusammenhang mit der Kirche schon so manches erlebt – wie etwa das Begräbnis von Johannes Paul II. vor 20 Jahren. In den vergangenen Wochen begleitete er in Rom mit drei Kollegen nicht nur das Franziskus-Begräbnis, sondern auch das Konzil zur Wahl von Leo und dessen erste Auftritte bis zum gestrigen Höhepunkt. Da trat der neue Heilige Vater erstmals vor die Presse und Michael Pichler war mittendrin. Er berichtet vom ansonsten gänzlich unüblichen Applaus der Journalisten für den Gastgeber sowohl zu Beginn seines Auftrittes wie auch am Ende, da sogar noch lauter. Und er schreibt: „Einmal mehr kam dieses Gänsehaut-Gefühl auf – seiner Ruhe, seinem Lächeln, seinem Charme kann man sich nur schwer entziehen.“ Doch mein Kollege gibt auch zu bedenken: „Freilich: Es sind Vorschusslorbeeren, die nächsten Wochen, Monate werden weisen, ob seine Stimme stark genug ist, um die innerkirchlichen Reformen weiterzuführen und den Klerus den Zeiten anzupassen, um die Menschen zu erreichen.“ Ja, das wird entscheidend sein.
Kein Krieg der Worte. Und was hat er nun gesagt, der Papst aus Amerika? Neuerlich ermahnte Leo XIV. die Welt zu Frieden, zur Entwaffnung der Worte, zu mehr Miteinander: „So tragen wir zur Entwaffnung der Erde bei“, sagte der Papst. Der Friede beginne bei jedem von uns: mit der Art, wie wir andere betrachten, anderen zuhören, über andere sprechen. Er appellierte an die Medienvertreter, sie mögen „von der stillen Arbeit so vieler für eine bessere Welt“ berichten und sich „mutig für Friedenskommunikation zu entscheiden“. Vor allem aber sagt er „Nein zum Krieg der Worte und Bilder“. Ein Auftrag an uns Journalisten. Ein Auftrag, den wir uns zu Herzen nehmen müssen.
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
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