Er ist erst 100 Tage im Amt – aber wenn man Landeshauptmann Mario Kunasek auf der großen Bühne in Wien erlebt, hat man beinahe den Eindruck, dass er hier, bei der Eröffnung des traditionellen Steiermark-Frühlings vor dem Wiener Rathaus, schon immer gestanden wäre.
Steht man mitten im Publikum auf dem Rathausplatz, dann bekommt man während des Auftritts von Kunasek schon Beurteilungen wie „So kann ein Blauer auch sein!“ oder Ähnliches zu hören. Denn der gemeine Wiener, der Kunasek noch nicht erlebt hat, denkt bei FPÖ-Politikern eher an den eigenen blauen Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl in einem Monat. Dieser Dominik Nepp – keiner könnte behaupten, dass er an das Kunasek-Format herankäme.
Oder der Steiermark-Frühling-Besucher denkt an Herbert Kickl. Der sich vermutlich selbst als Bundeskanzler nicht auf diese Bühne stellen würde. Aber die Frage ist geschenkt. Wir wissen ja: Kunasek ist Landeshauptmann, Kickl ist NICHT Bundeskanzler. So unauffällig und leutselig sich der dienstjunge blaue steirische Landeshauptmann gibt, so auffällig bleibt die Abwesenheit des Wiener Hausherrn. Aber wetten, dass der rote Michael Ludwig nächstes Jahr, wenn er keine Wahlen zu schlagen hat, im Gegensatz zu heuer doch Zeit finden wird, neben dem blauen Landeshauptmann Mario Kunasek zu stehen?
Mächtige Manuela Khom?
Gesichtet wurden im dichten politischen Steirer-Gedränge auf Wiener Boden auch manche Schwarze. Christopher Drexler etwa, der Vorgänger Kunaseks, der immer noch mehr Präsenz genießt als die aktuelle ÖVP-Landeschefin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom. Doch sie hat zu Hause in der abgelaufenen Woche immerhin ratzfatz eine weitere Personalie erledigt und auch bei der Besetzung des Partei-Landesgeschäftsführers so wie vorher bei der Nachbesetzung des Wirtschafts- und Finanzlandesrates für eine Überraschung gesorgt. Man sagt Manuela Khom nach, dass sie eine Machtpolitikerin sei. Ob sie auch eine mächtige wird, das wissen wir nach 100 Tagen noch nicht.
So wie wir auch nicht wissen, ob sie jemals als Landeshauptfrau den Steiermark-Frühling in Wien eröffnen wird. Manche sagen: in 100 Jahren nicht! Da sieht man wieder einmal: Wir Steirer können schon noch böser sein als die Wiener…
Einen schönen Sonntag!
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