Und wie erholt man sich davon? Vielfach bei Partys, Konzerten, in der Disco und mit Musik aus dem MP3-Player. Kein Wunder, wenn die Zahl der Hörschäden, vor allem auch bei Jugendlichen, zunimmt.
Immer häufiger kommt es zu spontanen Störungen wie akutem Tinnitus (Ohrgeräusche) oder Hörsturz (plötzliche Taubheit auf einem Ohr). Doch auch die Zahl der Langzeitschäden in Form von Schwerhörigkeit ist im Steigen. Mediziner schätzen, dass in der EU der Anteil der Schwerhörigen in unserer Gesellschaft in 20 Jahren doppelt so hoch sein wird wie heute. Das ist umso bedenklicher als neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Schwerhörigkeit bei Senioren einen Risikofaktor für Demenz darstellt.
Es ist daher von größter Bedeutung, akute Hörschäden rasch zu behandeln, um Langzeitschäden zu vermeiden.
Zwei Formen von Hörstörungen
Es gibt zwei Formen von plötzlich auftretenden Störungen: Den akuten Tinnitus und den Hörsturz, der fast immer mit Tinnitus kombiniert ist.
Wenn Schallwellen von mehr als 85 Dezibel ins Innenohr gelangen, so werden dort die Sinneszellen geschädigt. Ist der Mensch über einen längeren Zeitraum solch intensiver Beschallung ausgesetzt, lässt das Hörvermögen nach.
Kommt noch Dauerstress hinzu, werden vermehrt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt, die zu einer Gefäßverkrampfung führen. Neben Stress kurbelt auch Rauchen die Produktion dieser Hormone an. Durch die verengten Gefäße kann nicht ausreichend Sauerstoff an den Zielort – in diesem Fall an die Sinneszellen im Innenohr – transportiert werden. Eine Folge solcher Durchblutungsstörungen können plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr und Tinnitus sein.
Rasche Behandlung erhöht Chancen auf Heilung
Akuter Tinnitus kann auch allein auftreten. Es kommt dann plötzlich zu Dauergeräuschen im Ohr wie Klingeln, Rauschen etc. Sowohl beim Tinnitus als auch beim Hörsturz ist eine rasche Therapie angezeigt. Je früher die Behandlung beginnt, umso größer sind die Erfolgschancen.
Hörsturz wird stationär im Krankenhaus behandelt. Hauptsächlich kommen Infusionen mit Medikamenten zur Anwendung, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Ergänzt wird die Behandlung durch Maßnahmen wie physikalische Therapien, Entspannungstraining etc.
Bei Tinnitus sollte eine Kombination verschiedener Maßnahmen zum Einsatz kommen: Medikamente, physikalische Therapie, Musiktherapie, Psychotherapie etc. Wichtig ist auch die Mitarbeit des Patienten. Faktoren, die einen Tinnitus auslösen oder verschlechtern können, sollten gemieden werden. Dazu zählen in erster Linie Stress, Lärm, Rauchen! Eine ausgewogene Ernährung mit der Zufuhr aller wichtigen Vitamine und Mikronährstoffe kann die Gefäßfunktion der Innenohrgefäße verbessern.
Auch beginnende Schwerhörigkeit sollte man möglichst bald mit einem Hörgerät ausgleichen. Denn je weiter das Problem fortgeschritten ist, umso schwieriger wird die Anpassung an eine Hörhilfe.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.