Gezielte Attacke

US-Geheimdienst soll Liste der TOR-User anlegen

Web
06.08.2013 10:54
Über eine Schwachstelle in einer älteren Version des TOR-Browserpakets, mit welchem Internetnutzer anonym surfen können, werden Nutzer des Anonymisierungsdienstes gezielt verfolgt. Obwohl die Schwachstelle grundsätzlich genutzt werden könnte, um den gesamten PC zu kapern, sammelt die darüber verteilte Malware nur Informationen zur Identität des Nutzers – und sendet diese an eine IP-Adresse, die dem US-Geheimdienst zugerechnet wird.

Wie das IT-Nachrichtenportal "Heise" berichtet, wird die entdeckte Schwachstelle im Firefox-Browser des TOR-Pakets offenbar ganz gezielt gegen Nutzer des Anonymisierungsdienstes verwendet. Es scheine, als wolle man mithilfe einer speziell entwickelten Abhörsoftware namens "Magneto" eine Datenbank der TOR-Nutzer anlegen. Anders ist auch kaum zu erklären, dass das Programm "nur" die Identität der Benutzer ausspäht und nicht gleich das ganze System kapert.

Ein besorgniserregendes Detail: Verteilt wird die "Magneto"-Malware über jene "Hidden Services", die ausschließlich über das Anonymisierungsnetzwerk zugänglich sind. Das bedeutet, dass das Programm "normale" Internetnutzer, die diese Angebote nicht nutzen, im Grunde gar nicht erst behelligt. Dem Portal zufolge passe dazu auch, dass der Schadcode so programmiert ist, dass er nur Windows-Systeme mit Firefox 17 ESR angreift. Jener Browser, der für den Tor-Zugang genutzt wird.

TOR-Macher raten zu Vorsicht und aktueller Software
Die Macher des Anonymisierungsdienstes raten angesichts des nun bekannt gewordenen Lauschangriffs auf TOR-Nutzer, den Dienst nur mit der jeweils aktuellsten Software zu nutzen, in der die Sicherheitslücke geschossen wurde, und Javascript abzuschalten. Außerdem sei es ratsam, eine Firewall zu nutzen, die eigene MAC-Adresse zu verschleiern und gegebenenfalls auf das freie Betriebssystem Linux auszuweichen, um im TOR-Netz zu surfen.

Das Anonymisierungsnetzwerk TOR wird unter anderem in autoritären Staaten wie China genutzt, um der Zensur ein Schnippchen zu schlagen. Es dient auch immer wieder Journalisten als Hilfsmittel, um Informationen aus abgeschotteten Ländern zu schleusen. Das Angebot wird aber auch von Cyberkriminellen genutzt, um anonym mit illegalen Waren zu handeln (siehe Infobox).

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