Wieder Bissattacke

Es gibt kein Menschenrecht auf einen Hund

Steiermark Newsletter
23.02.2025 10:30

Ein Rottweiler lässt sich nicht beruhigen, schafft es, den Maulkorb abzustreifen und verbeißt sich in die Frau, die mit ihm spazieren geht. Minutenlang, bis die Polizei den Hund erschießt. Der schreckliche Vorfall Freitagabend in Gratwein-Straßenengel macht betroffen und wirft Fragen auf. Denn es gibt eine Vorgeschichte.

„Ich ahnte sofort, dass etwas Schlimmes passiert ist“, sagte ein Mann, der 300 Meter vom Ort der Hundeattacke entfernt lebt, meinem Kollegen Andreas Barth bei einem Lokalaugenschein. Es dürfte keine Augen-, aber mehrere Ohrenzeugen des Vorfalls am Freitag geben: Die Schmerzens- und Hilfeschreie der 34-Jährigen müssen gellend gewesen sein.

Weil sich der Hund immer wieder in den Körper der Steirerin verbiss, blieb der Polizei nichts anderes übrig, als das Tier in einem für die Frau ungefährlichen Moment zu erschießen. Die Schilderungen machen betroffen und auch ein wenig Angst: Was wäre, wenn man selbst – oder einer aus der eigenen Familie – einmal Opfer eines solchen Vorfalls wird? In Oberösterreich wurde 2023 eine Joggerin von drei Hunden zu Tode gebissen. Im südsteirischen Tillmitsch biss im Vorjahr der Nachbarshund einer Frau den Daumen ab – er konnte wieder angenäht werden.

„Es ist nie die Schuld des Hundes, schon gar nicht einzelner Rassen“, sagt der auf Problemhunde spezialisierte Georg Resch aus Hartberg. „Bei den Haltern fehlen zunehmend Kenntnis und Hausverstand. Wenn sich das nicht ändert, gibt es leider sicher mehr Beißvorfälle.“

Dazu kommt im Fall von Gratwein-Straßengel, dass der Rottweiler schon vor drei Jahren eine Fünfjährige schwer verletzt haben soll. Die Halterin erhielt eine Geldstrafe, den Hund durfte sie behalten. Ob hier auf Behördenseite eine Fehleinschätzung vorlag, wird wohl noch zu klären sein.

Es gibt kein Menschenrecht darauf, einen Hund bzw. eine bestimmte Rasse zu besitzen. Wer ihn nicht in Griff hat oder sich gar nicht darum bemüht, sollte es lassen – oder gar zum Verzicht gezwungen werden. Das ist zum Wohl der Tiere und von uns allen.

Ich wünsche Ihnen einen sicheren Sonntag!

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