Beschluss in GB

Internetanschlüsse mit Porno-Sperre werden Standard

Web
18.06.2013 11:06
In Großbritannien werden ab Ende des Jahres alle Internetanschlüsse standardmäßig mit Filtermechanismen ausgestattet, die Kinder und Jugendliche von der Nutzung von Online-Pornos abhalten sollen. Diese Regelung kündigte Claire Perry, Beraterin des britischen Premiers David Cameron, jetzt offiziell an. Die Sperren sollen vom Provider standardmäßig eingeschaltet werden, können von den Besitzern des Anschlusses aber deaktiviert werden.

Wie die britische Ausgabe des Technikmagazins "Wired" berichtet, ist es jetzt fix: In Großbritannien werden flächendeckend Pornofilter für Internetanschlüsse eingeführt. Schon Ende des Jahres soll für bestehende und neue Kunden der Internetprovider der jeweilige Anschluss mit aktiviertem Pornofilter ausgestattet werden. Wer will, soll die Sperre aber nachträglich deaktivieren oder sie auf bestimmte Uhrzeiten programmieren können.

Pornofilter sind von Haus aus aktiviert
"Wir werden Filter haben, die voraktiviert sind, wenn man nichts ändert", sagt Perry. Die Idee sei Teil des Versuchs der britischen Regierung, die Provider zum Handeln zu zwingen und Jugendschutzfilter zum Standard innerhalb der ISP-Landschaft zu machen. Man sei auch bemüht, die Regelung und Einstellung der Filter möglichst unkompliziert zu gestalten. Die Provider machen freiwillig mit, weshalb es keinen Bedarf für neue Gesetze oder Regulierungen gebe, so das Magazin.

Zuvor wurde befürchtet, dass die Regierung die Provider dazu zwingen könnte, Pornos pauschal zu blockieren und nur auf explizite Anfrage des Anschlussinhabers wieder freizugeben. Mit der jetzt getroffenen Regelung sollen Kunden die Filtermechanismen weitgehend selber kontrollieren, sie auf Wunsch ganz ausschalten oder nur zu vordefinierten Zeiten aktivieren können. Über die Deaktivierung des Filters können sich besorgte Eltern so beispielsweise auch per E-Mail informieren lassen.

Jugendliche können Sperre umgehen
Dass die Pornofilter Jugendliche gänzlich von Schmuddelfilmchen und Bildern im Web fernhalten werden, darf angezweifelt werden. Peer-to-Peer-Tauschbörsen könne man mit dem Filter ebenso wenig überwachen wie Onlineforen à la Reddit. Auch gegen das unter britischen Jugendlichen verbreitete "Sexting", also das Versenden selbstgemachter pornografischer Fotos, könne man mit dem Pornofilter nichts ausrichten. Aber immerhin erschweren könne man es den Jugendlichen durch die Filter, hofft man bei der britischen Regierung.

"In der Online-Welt ist manches anders. Sie ist anonym, sie ist einfach, und sie ist effizient beim Verbreiten von Bildern", sagt Perry. Man müsse deshalb auch an der Bildung der Jugendlichen arbeiten, um sie von Online-Pornos fernzuhalten. Einstweilen müssen die Pornofilter in privaten Internetanschlüssen und öffentlichen WLAN-Netzen reichen. Mittelfristig will Chefjugendschützerin Perry aber auch Internetfirmen wie Google an Bord holen, um Kinder und Jugendliche von bedenklichem Material fernzuhalten.

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