Links zur Konkurrenz

Google gibt in EU-Kartellstreit offenbar nach

Web
15.04.2013 10:23
Die EU-Kartellwächter haben Google in einem jahrelangen Verfahren offenbar deutliche Zugeständnisse bei der Anzeige von Suchergebnissen abgerungen. Laut einem Bericht der "Financial Times" erklärte sich der Internetkonzern bereit, Links zu rivalisierenden Suchmaschinen künftig prominenter anzuzeigen und die eigenen Angebote klarer zu kennzeichnen. Das stehe in den Vorschlägen, die Google der EU-Kommission gemacht habe, um ihre Wettbewerbsermittlungen beizulegen, berichtete die Zeitung am Samstag.

Die Untersuchungen waren vor mehr als zwei Jahren von Google-Rivalen wie Microsoft und spezialisierten Suchmaschinen wie dem Reisedienst Expedia angestoßen worden. Sie werfen Google vor, ihre Angebote zugunsten eigener Dienste zu benachteiligen. Der Internetkonzern konterte stets, eine Suchmaschine für die Nutzer und nicht für Konkurrenten zu betreiben. Die US-Kartellwächter sahen kein Fehlverhalten von Google und stellten ihre Ermittlungen Ende vergangenen Jahres ein. Die EU-Kommission dagegen forderte von Google Veränderungen mit Blick auf die dominierende Position bei der Internetsuche mit bis zu 90 Prozent Marktanteil.

Die neuen Regeln sollen laut "Financial Times" besonders in Bereichen greifen, in denen Google Geld mit der Platzierung von Anzeigen im Umfeld von Suchergebnissen verdienen kann. Wenn es etwa um Treffer zu Restaurants geht, müsse es drei Links zu konkurrierenden Suchmaschinen geben, hieß es. EU-Wettbewerbskommissar Joaqín Almunia will nun zunächst Stellungnahmen der Konkurrenten zu den Google-Vorschlägen einholen. Sie starteten diese Woche in Brüssel eine weitere Attacke, die sich diesmal gegen Googles mobiles Betriebssystem Android richtet.

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