Den Österreichern eine gewichtige Stimme zu geben, ist das erklärte Ziel der „Krone“-Initiative „Die Stimme Österreichs“, auch in unserer Community. Das heutige Thema des Leserechos: Wokeness, die sogenannte Cancel Culture – und stellvertretend dafür Winnetou, eines der derzeit prominentesten Opfer der Absagekultur.
Im Jahr 2022 stoppte der Ravensburger-Verlag den Verkauf neuer Kinderbücher, die begleitend zum aktuellen Kinofilm erschienen sind. Grund: Die Bücher und Filme würden Stereotype transportieren und Vorurteile schüren. Die Geschichte des Indianers Winnetou, seinem Pferd Iltschi und seinem weißen Freund Old Shatterhand versetzt den Leser zurück in eine andere Zeit. In den amerikanischen Wilden Westen des 19. Jahrhunderts.
Doch auch die Ausdrücke und Formulierung des Karl-May-Klassikers würden es zur heutigen Zeit wohl kaum in die Endfassung eines neuen Buches schaffen.
Die Romane sind eine Zeitkapsel
Unsere Leser sind sich einig: Die Romane seien eine Zeitkapsel. Neue Werke sollten selbstverständlich heutigen Sprachstandards entsprechen, doch alte Formulierungen müssten als Zeitdokumente erhalten bleiben! Notfalls mit einem dementsprechenden Vorwort zur Einordnung.
Wie die „Krone“-Community denkt und was sie beizutragen hat, fassen wir hier für Sie zusammen.
„Wieder zwingt eine Minderheit der Mehrheit ihre Meinung auf!“
Unsere Umfrage „Die Stimme Österreichs“ kommt zu einem klaren Ergebnis: Winnetou soll Winnetou bleiben! 79 Prozent der Befragten stellen sich gegen das Gendern und die „Woke-Zensur“. Trotzdem ist das Thema allgegenwärtig, die Liste an „problematischen“ Inhalten scheint Tag für Tag länger anstatt kürzer zu werden. Auch im „Krone“-Forum sorgt dieses Ignorieren der Mehrheitsmeinung dementsprechend für Unmut.
„Das sind Europas wahre Probleme!“
Bei all der Aufregung über Winnetou, Melchior und Mohr im Hemd, egal, wie man über die einzelnen Fälle nun denkt, bleibt eine Frage bestehen: Sind das wirklich die Themen, die momentan unsere Aufmerksamkeit verdienen? Spielt die Frage, ob wir mit Binnen-I, mit Doppelnennung, Genderstern oder doch gar nicht gendern sollen, wirklich eine Rolle bei der Frage, wer das Land in den kommenden fünf Jahren regieren soll?
„Fragen wir das Volk“
Unser Blick in die Kommentare endet mit einer Forderung, die sich quer über alle Themen durch das Forum zieht: Warum fragen wir die Bevölkerung nicht direkt selbst, was sie von Wokeness, Gendern und Co. halten? Denn laut unserer Umfrage scheint die „Stimme Österreichs“ im politischen Alltag schnell in parlamentarischen Schreiduellen unterzugehen.
Wie lauten Ihre Gedanken zu der zunehmenden Zensur, gerade in Bezug auf historische Werke? Gibt es Fälle, in denen Sie diese „Cancel Culture“ besonders stört, oder Bereiche, in denen sie angebracht ist?
Wir freuen uns auf Ihre Anregungen unten im Kommentarbereich!
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