Durch Ewigkeitschemikalien verunreinigtes Grundwasser sorgt aktuell bei der OMV in Schwechat (NÖ) für Aufregung. Einen ähnlichen Fall gibt es bei der Landesfeuerwehrschule im steirischen Lebring. Dort plant man nun ein einzigartiges Sanierungskonzept.
Vor fünf Jahren schrillten die Alarmglocken: Damals wurde festgestellt, dass Grundwasser nördlich von Leibnitz, konkret in den Gemeinden Lebring-St. Margarethen und Tillmitsch, mit PFAS (Ewigkeitschemikalien) verunreinigt ist. Mehrere Brunnen wurden sofort vom Netz genommen. 2022 stand der Verursacher dann fest: die Landesfeuerwehrschule in Lebring.
In einem kleinen Teil des Übungsgeländes kam in den 1970er- und 1980er-Jahren über Löschwasser PFAS in Boden und Grundwasser. Das war damals gesetzlich erlaubt, man könne niemandem einen Vorwurf machen, betont Harald Eitner, Leiter der steirischen Katastrophenschutzabteilung. „In den 90er-Jahren wurde dann eine Wanne für Löschwasser errichtet, seitdem dürfte es zu keinem Eintrag mehr gekommen sein.“
Mehrere Sperrbrunnen, große Pumpen
Wie kann das betroffene Gebiet saniert werden? Nun, mittlerweile gibt es eine spektakuläre Idee: Im südlichen Teil des betroffenen Gebiets sollen mehrere Sperrbrunnen errichtet werden. „Wir nutzen den natürlichen Fluss des Grundwassers von Norden nach Süden“, erklärt Eitner. Das Wasser soll dann mit großen Pumpen entnommen und gefiltert werden, nördlich des Areals soll es dann wieder einsickern. Ein Wasserkreislauf, der wohl mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.
Damit das Grundwasser nicht ausweichen kann, werden im Westen und Osten des Gebiets Betonmauern in den Boden, bis unterhalb des Grundwasserspiegels, errichtet. Es ist ein Konzept, das in Österreich noch nie angewendet wurde. „Wir können daher auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen“, so Eitner.
Behördliche Verfahren könnten Jahre dauern
Die Planungen für die Sanierungsmaßnahmen sind vor Kurzem an eine Firma vergeben worden. Entscheidend für die Umsetzung sind auch notwendige Bundesförderungen für die Altlastensanierung und die behördlichen Verfahren. Wie lange diese dauern werden? Offen, es ist aber wohl mit Jahren zu rechnen.
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