Nach Swartz-Suizid

Anonymous droht US-Regierung mit Vergeltung

Web
28.01.2013 09:10
Rund zwei Wochen nach dem Selbstmord des Internetaktivisten Aaron Swartz haben Mitglieder des Hackerkollektivs Anonymous eine Website des US-Justizministeriums gekapert und diesem mit Vergeltung gedroht. Laut CNN waren die Hacker am Samstagmorgen in die Website der U.S. Sentencing Commission eingedrungen und hatten damit gedroht, als Racheakt auf den Selbstmord von Swartz vertrauliche Dokumente zu veröffentlichen.

Der Suizid des jungen Amerikaners Aaron Swartz (siehe Infobox) hatte die Online-Gemeinde aufgewühlt. Gegen Swartz sollte in Kürze ein Prozess eröffnet werden, ihm drohten bis zu 35 Jahre Haft und eine Millionenstrafe. Vorgeworfen wurde ihm, aus einer kommerziellen Datenbank des Massachusetts Institute of Technology (MIT) im großen Stil Daten heruntergeladen und illegal veröffentlicht zu haben.

Mit dem Tod des 26-jährigen Programmierers sei eine rote Linie überschritten, hieß es den Angaben zufolge in dem Schreiben, das die unbekannten Täter nun auf der Website der U.S. Sentencing Commission hinterließen (Bild). Die Autoren wehrten sich besonders gegen harte Strafen für Hacker. Der Internetauftritt der zum Justizministerium gehörenden Behörde war zeitweise nicht mehr zu erreichen.

Erst vor zwei Wochen hatten Mitglieder des Hackerkollektivs die Website des MIT gekapert und neben einem Swartz-Nachruf auch einen Forderungskatalog hinterlassen. Man solle diese Tragödie als Ausgangsbasis dafür nutzen, die Cybercrime-Gesetze sowie das Copyright und das Recht auf geistiges Eigentum zu reformieren, schrieben die Hacker auf die übernommenen Seiten. 

USA rüsten Cyber-Truppen massiv auf
Die Forderungen des Hackerkollektivs dürften allerdings ungehört bleiben. Denn wie die "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtete, wollen die USA künftig verschärft gegen Cybercrime vorgehen. Das Verteidigungsministerium plane dafür eine Steigerung des Personals für Cybersicherheit von aktuell 900 auf 4.900 Militärs und Zivilisten, hieß es. 

Das Cyberkommando des Pentagon soll sich demnach künftig in drei verschiedene Einsatzbereiche gliedern. Neben dem Schutz von Computersystemen, die nationale Infrastruktureinrichtungen wie Stromnetze steuern, gehe es um die Abwehr von Hackerattacken auf die ministeriumseigenen Systeme sowie eigene Cyberangriffe auf Ziele im Ausland. Ein Pentagon-Sprecher wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern.

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