Die SPÖ zeigt sich „überrascht“ über den Förderstopp für den Opferschutzverein Zara. Wie berichtet, kann aus budgetären Gründen die wichtigste und größte Förderung durch das Familienministerium nicht mehr gewährt werden. Sollte nicht doch noch eine kurzfristige Finanzierung aufgestellt werden, muss der Betrieb dem Vernehmen bereits im Juni eingestellt werden. SPÖ-Chef Andreas Babler hat nun angekündigt, „alle Möglichkeiten zu prüfen“, um Zara zu retten.
Hass im Netz nehme zu, auf Zara zu verzichten, könne man sich „nicht leisten“ – „eine Absicherung des Beratungsangebots ist wesentlich“, so Babler. Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen bestehe ein Übereinkommen, dass Gewaltschutz eine hohe Priorität der gesamten Bundesregierung darstellt. Wenn man sehe, dass digitale Gewalt zunimmt, dann müsse man Schutzangebote sichern und gesetzliche Rahmenbedingungen verschärfen, betonte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner. Auch SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Ruth Manninger erklärte, die „wichtige Arbeit“ von Zara müsse „unbedingt fortgesetzt werden“.
„Komplette Belegschaft“ bereits vorsorglich gekündigt
Auch die Präsidentin der Arbeiterkammer, Renate Anderl, forderte einen Erhalt von Zara. Der Verein spiele eine „wichtige Rolle gegen Hass im Netz, Rassismus und digitale Gewalt“. Gerade in Zeiten zunehmender digitaler Gewalt – insbesondere gegen Frauen – seien spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsangebote unverzichtbar. Ähnlich äußerte sich der Bundesgeschäftsführer des Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Willi Mernyi: Die Beratung sei ein „Schutzschild gegen Hass und Gewalt“ und ein „unverzichtbarer Pfeiler unserer Demokratie“.
Betroffen sind beide Beratungsstellen des Vereins, sowohl jene betreffend der Meldestelle „Hass im Netz“, für die die Förderungen bezogen wurden, als auch die dadurch mitbetroffene Beratungsstelle gegen Rassismus, hieß es. Man habe bereits alle Mitarbeiter vorsorglich kündigen müssen, so die Sprecherin, betroffen sind demnach 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – „die komplette Belegschaft vom Verein Zara“.
Hoffnung auf kurzfristige Förderung
Man hofft noch darauf, dass kurzfristig eine Förderung gewährt wird, wie es seitens des Vereins zur APA hieß. Aber selbst eine Förderung in der Höhe des letzten Jahres würde auf längere Sicht nicht reichen – vor allem brauche es eine planbare Förderung, nicht nur für ein Jahr. Von der Stadt Wien erhält der Verein 2026 rund 93.500 Euro. Diese Förderung soll nicht gekürzt werden, hieß es in der ORF-Sendung „Wien heute“.
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