Zwei wichtige Korruptionsjäger sind schon weg. Der ehemalige Chefankläger gegen Sebastian Kurz ist nun Richter in St. Pölten. Jetzt will auch der Teamleiter des „Ibiza“-Komplexes die WKStA verlassen. Er hat sich für die Leitung der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt beworben.
Es herrschte große Verstimmung bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, als die „Krone“ Mitte April berichtete, dass der Kurz-Chefankläger Gregor Adamovic die WKStA verlassen wird und weitere Abgänge ankündigte. Mit einer Richtigstellung in der Länge von zwei Seiten reagierte die WKStA auf den Bericht, in der die Behörde sinngemäß erklärte, dass in der Korruptionsstaatsanwaltschaft alles paletti laufe und die Staatsanwälte trotz des Abschieds von Adamovic alle Ermittlungen akribisch weiterverfolgen können.
Weratschnig will nach Klagenfurt
Nun, drei Monate später, bestätigt sich der Artikel, denn der WKStA soll der Verlust eines weiteren Staatsanwaltes ins Haus stehen. Ausgerechnet der Gruppenleiter des Ibiza-Komplexes Bernhard Weratschnig, bei dem sämtliche Ermittlungen gegen Sebastian Kurz oder Heinz-Christian Strache zusammenlaufen, will die Flucht nach Klagenfurt antreten. Dort hat er sich für die Leitung der Staatsanwaltschaft beworben. Das bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft Graz gegenüber der „Krone“. Weratschnig soll von der Personalkommission auf Platz eins gereiht worden sein.
Gregor Adamovic, der beim Prozess wegen Falschaussage als Staatsanwalt gegen Kurz auftrat, ist mittlerweile Richter in St. Pölten. Und Oberstaatsanwältin Christine Jilek suchte bereits das Weite. Selbst Justiz-Insider, wie Aufdecker-Journalist und WKStA-Kenner Florian Klenk, fragen mittlerweile auf der Plattform X (ehemals Twitter) öffentlich: „Warum laufen hier alle Staatsanwälte davon? Wer führt diese Behörde?“
WKStA-Chefin Ilse Vrabl-Sanda kommt unter Druck, weitere Abgänge zu verhindern.
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