Frankreichs Premier Sébastien Lecornu verlangt von Regierungsmitgliedern sowie Mitarbeitenden in Ministerien Drogentests. Erste Beschäftigte hätten nach positiven Ergebnissen bereits gehen müssen, sagte Lecornu. Er habe die Tests vor allem „aus Gründen der Sicherheit“ eingeführt.
Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einer Drogenkontrolle unterzogen wurden, hätten Zugang zu „äußerst sensiblen“ Informationen, sagte der Premier in einem Interview mit dem Magazin „Paris Match“. Darüber hinaus geht es ihm laut eigener Aussage darum, dass der Staat in seinem Kampf gegen die Drogenkriminalität glaubhaft bleiben will. Der Drogenhandel sei „die größte innenpolitische Herausforderung, mit der unser Land derzeit konfrontiert ist und in den kommenden Jahren konfrontiert sein wird“, sagte der Politiker. Fast eine Million Menschen in Frankreich würden Drogen konsumieren. „Das betrifft alle Gesellschaftsschichten“, auch die Politik bleibe davon nicht verschont.
Der staatliche Kampf gegen Drogen bleibt laut Lecornu nur dann glaubwürdig, wenn diejenigen, die ihn führten, selbst über jeden Vorwurf erhaben sind. „Man kann nicht die Morde an 16-Jährigen in den Vororten verurteilen und gleichzeitig den Drogenkonsum in den schicken Vierteln tolerieren“, ist der Premier überzeugt. Auch er selbst und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzogen sich vor einigen Wochen Drogentests, die negativ ausfielen.
„Unangekündigt und obligatorisch“
Mitte Juni hatte Lecornu die Regierung per Rundschreiben zu „unangekündigten und obligatorischen Reihenuntersuchungen in Form von Speicheltests“ angewiesen. Die Ressortchefinnen und Ressortchefs sollten „die Mitglieder ihres Ministeriums sowie die Inhaber von Ämtern, die der Regierung unterstehen“ – also hohe Beamtinnen und Beamte sowie „das Personal, das einer Sicherheitsüberprüfung unterliegt“ – auf Drogenkonsum testen, hieß es darin. Bei einem positiven Ergebnis würden Konsequenzen geprüft, „auch in disziplinarischer Hinsicht“.
Nun gab Frankreichs Premier bekannt, dass es die ersten Kündigungen gegeben habe. „Die Tests werden nach einem Zufallsfaktor vorgenommen. Sie werden fortgesetzt. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass meine Nachfolger vielleicht sogar noch weitergehen werden.“


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