Geringe Beteiligung

AGB-Änderungen auf Facebook ohne Nutzer-Abstimmung

Web
22.11.2012 09:03
Aufgrund der geringen Beteiligung will Facebook seine Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen. Stattdessen solle es unter anderem mehr Gelegenheiten geben, direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Mittwoch an.

Bisher lösten 7.000 Kommentare zu Änderungsvorschlägen automatisch eine Abstimmung aus. Voraussetzung war jedoch eine Beteiligung von mindestens 30 Prozent aller Mitglieder. Facebook, das immer wieder von Datenschützern kritisiert wird, nannte die Abstimmungen oft als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzer, die Regeln mitzugestalten. 

Die vergangene Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz war in diesem Jahr jedoch zur Farce geraten. Die Beteiligung lag mit 350.000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent. Mit inzwischen mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer sei es praktisch unmöglich geworden, die Marke von 30 Prozent zu erreichen, schrieb Marketing-Manager Elliot Schrage in einem Blogeintrag. Künftig soll es statt einer Abstimmung daher weitere Möglichkeiten für Kommentare geben.

Qualität statt Quantität
Facebook habe festgestellt, "dass der Abstimmungsmechanismus, der durch eine bestimmte Anzahl an Kommentaren ausgelöst wird, tatsächlich zu einem System geführt hat, das die Quantität der Kommentare über ihre Qualität stellt." Deshalb schlage Facebook vor, die Abstimmungen zugunsten eines Systems zu beenden, das zu inhaltlich sinnvolleren Rückmeldungen und Interaktionen führe.

So soll es künftig etwa möglich sein, Fragen, die die Privatsphäre in dem sozialen Netzwerk betreffen, mittels einer neuen Funktion direkt an den Verantwortlichen für Datenschutz, Erin Egan, zu richten. Egan soll zudem regelmäßig Webcasts zur Klärung von Kommentaren und Fragen bezüglich Privatsphäre, Sicherheit und Datenschutz abhalten.

Überarbeitete Datenschutz-Einstellungen
Außerdem kündigte Facebook am Mittwoch eine Erneuerung der Datenschutz-Einstellungen an. So solle es neue Filter für Einträge anderer Nutzer geben und mehr Informationen darüber, wer die eigenen Inhalte wo sehen kann. Die Facebook-Nutzer haben jetzt bis bis zum 28. November Zeit, diese Vorschläge zu kommentieren.

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