2.927 Twitter-Nutzer aus 80 Ländern nahmen freiwillig an der Studie teil, berichtet "Wired". Untersucht wurden ihre Profile und Tweets von Forschern der Florida Atlantic University, die nach verschiedenen Wegen suchten, Psychopathie auf Twitter erkennbar zu machen.
Dabei stellte sich heraus, dass es "eine Reihe statistisch signifikanter Korrelationen zwischen den dunkleren Persönlichkeitsmerkmalen einer Person und ihrer Twitter-Aktivität gibt", so Randell Wald von der Florida Atlantic University. Dies belegten die Forscher, da zuvor ein Persönlichkeitstest mit den Teilnehmern durchgeführt worden war, bei dem 41 der 2.927 Twitter-User eindeutig als Psychopathen identifiziert wurden.
Ebendiese Nutzer wurden denn auch anhand ihres Twitter-Accounts enttarnt. Die Forscher verwendeten dazu sowohl die Profilinformationen wie auch die Anzahl der versendeten Tweets und den Klout-Score. Dieser verrät, wie groß der Einfluss im Netz ist (siehe Infobox).
Eindeutiges Sprachbild verrät Psychopathen
Vor allem aber gingen die Wissenschaftler mithilfe des Sprachbilds anderer Psychopathen auf die Suche. An der Cornell University war belegt worden, dass Psychopathen bei der Beschreibung ihrer Verbrechen mehr Konjunktionen wie "weil", "seit" oder "sodass" verwenden. Zudem verwenden sie doppelt so häufig wie andere Menschen Wörter, die sich auf physische Bedürfnisse wie Essen, Sex oder Geld beziehen. Nicht-Psychopathen hingegen beschreiben häufiger soziale Bedürfnisse wie Familie und Spiritualität. Psychopathen tendieren außerdem dazu, häufiger die Vergangenheitsform zu verwenden und weniger flüssig zu sprechen.
Forscher mahnen zur Vorsicht
Die Wissenschaftler glauben aufgrund der erfolgreichen Identifikation von Psychopathie, man könne so etwa potenzielle Störenfriede bei rechtsextremen Demonstrationen vorab herausfiltern. Dennoch warnen sie davor, Twitter zu nutzen, um jemanden abzustempeln. Schließlich habe ein Psychopath nicht automatisch kriminelle Energien. Die Forschung werfe Fragen der Ethik, Menschenrechte und des Datenschutzes auf.
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