Laut Urteil ist verboten, dass ein Kunde diese Leistungen bewusst wegklicken muss ("Opt-out"). Stattdessen muss sie selbst angeklickt werden ("Opt-in"). Seit Oktober vergangenen Jahres verbietet ein EU-Gesetz den Fluglinien bereits dieses Verfahren. Das Gericht bestätigt dies nun ausdrücklich auch für Vermittler von Flugreisen.
Im konkreten Fall hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen den Reiseanbieter ebookers.com Deutschland geklagt, weil beim Ticketkauf übers Internet automatisch eine Reiserücktrittsversicherung in den Preis eingeschlossen wurde. Erst am Ende des Kaufvorgangs wurde der Kunde darauf hingewiesen, dass er sein Einverständnis ausdrücklich verweigern müsste, um die Versicherung zu annullieren.
Praxis weit verbreitet
Nach Angaben von Verbraucherschützern war diese Praxis weit verbreitet - so etwa bei Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet. Auch Mietwagenfirmen buchten bei Online-Angeboten oft eine Vollkasko-Versicherung dazu. In den vergangenen Monaten hätten viele Anbieter ihr Buchungssystem aber umgestellt, teilte der Europäische Verbraucherschutzverband Beuc in Brüssel mit. Es gelte eine Übergangsfrist bis Herbst 2013.
"Das Urteil räumt auf mit einer unfairen Praxis beim Flugticket-Verkauf in Europa", sagte Beuc-Chefin Monique Goyens. "Das hat viele Kunden eine Menge Geld gekostet".
"Voller Erfolg für die Verbraucher"
Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte die Gerichtsentscheidung als "vollen Erfolg für die Verbraucher". Die Referatsleiterin für kollektiven Rechtsschutz, Helke Heidemann-Peuser, sagte der dpa, es dürfe keine Rolle spielen, über welches Portal man eine Reise buche. Nun sei klar, dass die strengen Anforderungen an Preisangaben auch für Reisevermittler gelten.
Verbraucher dürfen nicht "gedrängt" werden
Die EU-Gesetzgebung schreibt ausdrücklich vor, dass Fluglinien und Reiseunternehmen einen Gesamtpreis für Flüge inklusive Steuern und Gebühren angeben müssen - während der Kunde Extras wie Hotels, Mietwagen, Versicherungen ausdrücklich auswählen muss. Die Richter schrieben, dass das EU-Recht Verbraucher davor schützen müsse, "gedrängt zu werden, Zusatzleistungen zu kaufen, die nicht notwendig für den Zweck des Fluges sind".
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