




















Wirklich mutig war BMW beim X2 bisher nicht, eher pragmatisch. Er war schlicht ein leicht modifizierter X1. Doch die neue Generation ist nun so eigenständig, dass man bei der Heckansicht nicht zwingend an einen BMW denken würde. Ansonsten ist er durch und durch BMW, auch was die Antriebe betrifft.
Das Einstiegs-SUV-Coupé ist jedenfalls schnittig wie nie, mit flach verlaufender Dachlinie. Dennoch kommt der Nutzwert nicht zu kurz, selbst auf der Rückbank haben nicht nur Kinder Platz, und in den Kofferraum passen inklusive des Fachs unterm Klappboden (Boden nur klapp-, aber nicht herausnehmbar) je nach Modell 515 bis 560 Liter (umgeklappt 1400 bis 1470 Liter).
Direkt aus dem X1 übernommen wurde das Interieur samt Curved Display und dem nicht vorhandenen Drehdrücksteller. Das Bediensystem (BMW OS 9) wurde leicht überarbeitet, gewann dadurch aber kaum an Übersichtlichkeit. Bei ersten Testfahrten mit Vorserienfahrzeugen fiel es eher mit mäßiger Reaktionsgeschwindigkeit auf.





















Im Gegensatz zu den getesteten Motoren. Alle Antriebe (je zwei Diesel, Benziner und Stromer) stammen aus dem BMW X1, die Plug-in-Hybride werden aber wohl nicht übernommen. Die beiden Topmotorisierungen X2 M35i und iX2 xDrive30 konnten überzeugen, der Charakter der Fahrzeuge könnte aber kaum unterschiedlicher sein.
So gibt der M35i xDrive das Raubein, tritt spontan an, tönt nach draußen per Klappenauspuff, nervt aber mit übertriebener Härte. Über schlechte Straßen hoppelt er regelrecht drüber und gibt Schläge an die für BMW-Verhältnisse ziemlich gefühllose Lenkung weiter. Die Torsen-Sperre hilft aber, die Kraft auf die Straße zu bringen. Und davon gibt’s viel: 300 PS holt der Turbo-Vierzylinder aus seinen zwei Litern, dazu 400 Nm ab 2000 Touren (50 Nm weniger als beim Vorgänger). Standardsprint: 5,4 Sekunden, Spitze: 250 km/h. Geschaltet wird per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das manchmal erstaunlich hilflos wirkt.
Das 15 Millimeter tiefergelegte adaptive M-Fahrwerk ist nicht einstellbar, BMW spricht von einem „frequenzselektiven Dämpfersystem“. Der Fahrmodusschalter wirkt sich auf Lenkung und Ansprechverhalten sowie vor allem auf die Anzeige kreativer Grafiken aus.
Dieses Fahrwerk hat auch der stärkere der beiden iX2 serienmäßig. Der fährt damit jedoch deutlich geschmeidiger, verbindlicher und auf Unebenheiten präziser. Wenn es drauf ankommt, ist man damit nicht nur entspannter, sondern auch schneller unterwegs. Dass er mit 2025 Kilogramm DIN-Gewicht 325 kg mehr auf die Waage bringt, ist ihm kaum anzumerken. Auch weil sich die Beschleunigungswerte auf demselben Level befinden (0-100=5,6, 180 km/h). Offiziell wird die Gesamtpower der beiden Motoren mit 225 kW/306 PS angegeben, mit temporärem Boost (per Lenkradpaddle zu aktivieren) sind es 230 kW/313 PS und 494 Nm.
Die Reichweite ist jedoch nicht rekordverdächtig, netto 64,8 kWh sollen für bis zu 449 Kilometer reichen. Laden von 10 auf 80 Prozent dauert 29 Minuten.
Die Preise
Das Topmodell hat den Toppreis: Mindestens 67.350 Euro kostet der X2 M35i inkl. 15 Prozent NoVA. Netto liegt er nur gut einen Tausender über dem iX2 xDrive30, der ab 57.400 Euro beim Händler steht. Der hält derzeit auch noch den Dreizylinder-Benziner X2 sDrive20i mit 170 PS ab 46.950 Euro sowie den 150 PS starken Vierzylinder-Diesel X2 sDrive18d ab 49.250 Euro bereit.
Fahrzit:
Ein Auto für Individualisten, das aber trotz Coupé-Linie auch wirklich praktisch ist. Nur beim Topmodell haben sie es übertrieben. Mutig von BMW, den M35i so zuzuspitzen.
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