Automatische Posts

Neue Facebook-Funktion sorgt in den USA für Ärger

Web
13.07.2012 11:58
Mit jeder Sekunde teilen Millionen Menschen weltweit via Facebook Fotos, Links und andere Inhalte – und zwar willentlich und wissentlich. Dass das soziale Netzwerk auch ohne ihr Zutun unter ihrem Namen Inhalte veröffentlichen könnte, käme wohl nur den wenigsten von ihnen in den Sinn. Doch genau das scheint derzeit der Fall zu sein, wie "ZDNet" berichtet.

Wer sein "Gefällt mir" beispielsweise unter die Facebook-Seite einer Behörde, einer Organisation oder eines Unternehmens setzt, der tut dies im Normalfall, um über Neuerungen und Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten zu werden. Freunde können über das Profil zwar sehen, welche Seiten einem selbst gerade gefallen, nicht jedoch, was diese posten – es sei denn, man selbst teilt aktiv etwa einen Link oder ein Foto und leitet diesen Eintrag damit in die News-Feeds der eigenen Freunde weiter. Nach dem Motto: "Seht her, was Unternehmen XY gerade Lustiges veröffentlicht hat."

So war es zumindest bislang. Doch wie "ZDNet" berichtet, dürfte Facebook nun dazu übergegangen sein, Postings dieser zuvor mit einem "Gefällt mir" bedachten Seiten unter dem eigene Namen in den Nachrichtenströmen der Freunde zu verbreiten – und zwar ohne Zutun, geschweige denn Wissen derjenigen, die irgendwann einmal ihr "Gefällt mir" unter eine Seite gesetzt haben. 

Wie "ZDNet"-Autor Ed Bott schreibt, seien ihm mehr als ein Dutzend solcher Fälle des "Sharings" bekannt. Persönlich darauf angesprochen, hätten die betroffenen Nutzer, in deren Namen beispielsweise Werbung für eine Partei gemacht wurde, versichert, in keinster Weise aktiv zur Veröffentlichung beigetragen zu haben.

Neue Werbeform
Tatsächlich scheint diese Werbeform von Facebook gewollt zu sein. So erklärte ein Sprecher des sozialen Netzwerks gegenüber dem IT-Portal: "Um dabei behilflich zu sein, neue Seiten, Veranstaltungen und andere Informationen zu finden, können Nutzer nun Postings einer Seite sehen, die einem Freund gefällt." Etwas unverständlich heißt es weiter, dass "diese Postings den sozialen Kontext der Freunde, die die entsprechende Seite 'liken', miteinschließen, und allen existierenden Einstellungen entsprechen".

Einziger Ausweg: Freundschaft kündigen
Doch nicht nur Nutzer haben dem Bericht nach keinen Einfluss darauf, was Facebook unter ihrem Namen veröffentlicht; auch deren Freunde können die Werbeeinschaltungen nicht automatisch ausblenden lassen. Man könne zwar einzelne Postings verstecken, jedoch nicht deren Urheber daran hindern, immer und immer wieder neue Inhalte zu veröffentlichen. Die einzige Lösung bestünde darin, die Freundschaft zu dem entsprechenden Nutzer aufzukündigen.

Vorsorglich "Gefällt mir" entziehen
Inwieweit diese Funktion neben den USA derzeit auch in anderen Ländern erprobt wird, ist nicht bekannt. "ZDNet" empfiehlt Nutzern dennoch, vorsorglich all jenen Seiten das "Gefällt mir" zu entziehen, die das Potential in sich bergen würden, einen selbst vor den Freunden, Kollegen oder Geschäftspartnern auf Facebook in Verlegenheit zu bringen.

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