Dass syrische Behörden oder staatliche Ermittler für den Schnüffelangriff verantwortlich seien, könne nicht nachgewiesen werden, sagte Urbach. Alle Indizien deuteten aber darauf hin. Telecomix habe bei seinen Recherchen unter anderem mit den betroffenen Syrern gesprochen. In der vergangenen Woche hatte auch der US-Fernsehsender CNN über den Einsatz von sogenannter Spyware in Syrien berichtet.
Die Telecomix-Mitglieder ermittelten auch den Entwickler der eingesetzten Spionage-Software mit der Bezeichnung DarkComet RAT, der inzwischen über den Internet-Dienst Twitter erklärte, es tue ihm leid, dass sein Programm auf diese von ihm nicht gewollte Weise verwendet worden sei. Mit DarkComet RAT könne ohne technische Kompetenz ein Botnet zur Fernsteuerung von Rechnern aufgebaut werden, erklärte Telecomix. Auf dem attackierten Rechner könnten alle Inhalte ausgespäht werden.
"Die deutschen Behörden geben hunderttausende Euro für verfassungswidrige Software aus und beteuern, sich streng an die Verfassung zu halten", sagte Urbach. "Die Syrier nutzen Open-Source-Software und ein wenig Code außen herum und erreichen das Gleiche." Der Vorfall zeige die Verwendung in einem Unrechtsstaat, sagte Urbach und warf die Frage auf: "Doch wird das Vorgehen besser, nur weil es in einem Rechtsstaat geschieht?"
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