Planmäßige Urheberrechtsverletzungen im Internet hätten sich zu einem "hochkriminellen und profitablen Geschäft" entwickelt, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Das gefährde die Interessen von Autoren, aber auch jene von Tausenden anderer Menschen, die ihre Arbeitskraft für die Entwicklung eines kulturellen Beitrags für die Gesellschaft einsetzten.
Die einstweiligen Verfügungen wurden den Betreibern nach Angaben der Verlage in Irland zugestellt. Demnach setzten diese durch Werbung, Spenden und Vermarktung von exklusiven Premiumzugängen jährlich acht Millionen Euro mit ihrer Piraterie-Website um.
Den rechtlichen Schritten vorangegangen seien aufwendige eigene Ermittlungen, erklärten die Verbände. Die Seitenbetreiber hätten sich hinter Tarnnamen und falschen Firmen versteckt. Die Server hätten zuerst in Deutschland gestanden, seien dann aber in die Ukraine gewechselt.
File-Hoster vermehrt im Visier der Justiz
Sogenannte Share- oder File-Hoster, über die Nutzer Inhalte aller Art hochladen und mit anderen Anwendern teilen können, stehen derzeit vermehrt im Visier der Justiz, nachdem erst vor wenigen Wochen der Datentausch-Dienst MegaUpload vom Netz genommen war (siehe Infobox).
Deren Betreiber, darunter der einschlägig bekannte Deutsche Kim "Dotcom" Schmitz, sollen die Inhaber von Urheberrechten um mehr als 500 Millionen Dollar geschädigt haben. Sie selbst verdienten laut US-Justiz an der illegalen Verbreitung der urheberrechtlich geschützten Inhalte 175 Millionen Dollar.
Nach der Schließung des Dienstes durch die US-Bundespolizeibehörde FBI zogen mittlerweile viele andere File-Hoster aus Angst vor einer juristischen Strafverfolgung den Stecker und schalteten die Sharing-Funktion ihrer Dienste ab, wodurch der Austausch der Daten verhindert wird.
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