Schluss mit Blues

Herbstdepression: Das kannst du dagegen tun

Gesund
09.11.2011 12:44
Wenn die Tage kürzer werden und eine graue Nebeldecke über dem Land hängt, möchte man sich am liebsten zu Hause verkriechen. Fehlt irgendwann der Antrieb, selbst die kleinsten Anforderungen des Alltags zu bewältigen, und drückt das schlechte Wetter auf die Stimmung, sprechen Experten von einer Herbstdepression - und du solltest etwas dagegen tun. Denn schon mit einfachen Mitteln kannst du dem "Herbst-Blues" den Kampf ansagen.

Der Grund, dass gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit die Stimmung gedrückt ist, liegt in der menschlichen Kulturgeschichte begraben. "Im Prinzip sind wir noch sehr in unserer Entwicklungsgeschichte der Urzeit verhaftet", klärt Psychotherapeut Dr. Peter Stippl im Gespräch mit krone.at auf. "Wir sind darauf eingestellt, dass, wenn es kühler wird, die Tage kürzer und das Licht weniger wird, wir uns in die Höhle zurückziehen und Winterruhe halten, Winterspeck ansetzen, wir weniger Energie verbrauchen." Die Ansprüche der heutigen Zeit nach Erfolg und Leistung würden auf diese urzeitlichen Gegebenheiten aber keine Rücksicht nehmen, wir uns im Widerspruch zu unserer biologischen Konstitution vermehrt unter Druck setzen.

Außerdem werden im Herbst und mit der Umstellung der Zeit die Tage kürzer, weshalb wir immer weniger Licht tanken können. Im Körper wird weniger vom Glückshormon Serotonin, dafür aber vermehrt vom Schlafhormon Melatonin produziert. "Die Folge: Wir haben mehr Schlaf und weniger Lust", so Dr. Stippl weiter.

Doch was sind die Anzeichen einer Herbstdepression? "Mehr Müdigkeit, Antriebslosigkeit, es fällt schwerer, in der Früh aus dem Bett zu kommen, schwerer außer Haus zu gehen und noch viel schwerer, Sport zu betreiben. Man bleibt gerne sitzen, man isst gerne", klärt Dr. Stippl über die Symptome auf. Nicht immer ist jedoch der Gang zum Arzt sofort notwendig. Der erste Versuch, die Herbstdepression zu überwinden, sollte immer von sich selbst, dann vom Freundeskreis ausgehen. "Wenn es aber nicht mehr gelingt, die Anforderungen des Alltags zu bewältigen, spätestens dann ist der Zeitpunkt erreicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen", rät der Psychotherapeut im Gespräch.

Das hilft bei einer Herbstdepression
Um gegen die trübe Stimmung anzukommen, solltest du so viel natürliches Licht wie möglich tanken. Raus in die Natur, heißt die Devise! Ob Sport oder ein Spaziergang – die Bewegung macht dich munter und das Licht steigert dein Wohlbefinden. Denn auch bei trübem Wetter ist die Intensität des Tageslichts im Freien größer als in den eigenen vier Wänden. "Die Überwindung ist notwendig und wird mit Wohlgefühl belohnt", bestätigt der Therapeut.

Außerdem solltest du auf deine Ernährung achten. Nimm viel Obst und Gemüse zu dir, denn die darin enthaltenen Vitamine steigern nicht nur deine Immunabwehr, sondern auch deine Stimmung. Auch das "Volkspsychopharmaka" Schokolade ist aufgrund seines hohen Zuckergehalts, der die Produktion von Glückshormonen steigert, und in Maßen genossen gut für die Laune.

Auch Düfte, die an den Sommer erinnern (zum Beispiel Bergamotte), können stimmungsaufhellend sein. Außerdem ist bei einer Herbstdepression eine Lichttherapie empfehlenswert. Allerdings solltest du dir deine Sitzungen vormittags oder mittags ausmachen, rät Dr. Stippl. Der richtige Zeitpunkt ist nämlich bei der Lichttherapie ausschlaggebend, um gegen die schlechte Stimmung anzukommen.

Expertenrat
Hilft das alles nichts, solltest du dir Rat beim Experten suchen. Schon der Apotheker kann dir Präparate aus der Volksheilkunde wie Johanniskraut oder spezielle Vitamine empfehlen. Medikamente verschreibt der Hausarzt. Er kann gegebenenfalls auch eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen. Ebenso ist eine Therapie bei einem Psychotherapeuten ratsam, um gegen die Herbstdepression anzukommen. Auf der Website des Landesverbandes der Psychotherapie kannst du dir mit einem Therapeuten jederzeit ein Erstgespräch ausmachen.

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