Im Vorjahreszeitraum hatte Amazon noch fast viermal soviel verdient. Amazon pumpt massiv Geld in den Ausbau seines Geschäfts: in neue Versandzentren, mehr Werbung oder in die Entwicklung neuer Produkte.
Die Aktionäre waren vor den Kopf gestoßen. Analysten wussten zwar um Amazons kostspieligen Wachstumsdrang. Doch sie hatten nicht mit einem derartigen Einbruch gerechnet. Nachbörslich stürzte die Aktie um zwölf Prozent und mehr ab. Bereits im regulären Handel war der Kurs um mehr als vier Prozent zurückgegangen.
Onlinehändler wird zum Medienanbieter
Auf der einen Seite will Amazon die Nummer-eins-Position im Onlinehandel mit allen Mitteln verteidigen, unter anderem mit günstigen Preisen. Auf der anderen Seite entwickelt sich Amazon immer mehr zum Anbieter von Inhalten wie Filmen und Musik. Dazu hat der Konzern jüngst einen eigenen Tablet-Computer namens Kindle Fire auf den Markt gebracht. Die als Online-Buchhändler gestartete Firma gilt mittlerweile als einer der schärfsten Apple-Rivalen.
Amazon zahlt beim Kindle Fire kalkuliert drauf
Analysten schätzen, dass Amazon beim Kindle Fire sogar Geld drauflegt und - ähnlich wie Druckerhersteller mit ihren Patronen - erst später mit den Inhalten verdient. Das Kindle Fire kostet mit 199 Dollar nicht mal die Hälfte des günstigsten iPads, hat allerdings auch einen kleineren Bildschirm. Der einfachste Kindle-E-Book-Reader mit Schwarz-Weiß-Bildschirm für elektronische Bücher gibt es schon für 79 Dollar.
Nach den Worten von Firmengründer und Chef Jeff Bezos kommen die neuen Kindle-Modelle bei den Kunden bestens an. Für den Schwarz-Weiß-Kindle seien schon doppelt so viele Bestellungen eingegangen wie für das Vorgängermodell bei dessen Premiere, sagte Bezos. "Und auf Basis der Vorbestellungen, die wir beim Kindle Fire sehen, stocken wir unsere Kapazitäten auf und bauen Millionen mehr als wir ohnehin geplant hatten." Das Kindle Fire wird in den USA ab 15. November ausgeliefert.
Rasantes Wachstum, aber immer weniger Gewinn
Die Vorstöße führen zu rasantem Wachstum. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Damit konnte Amazon zum wiederholten Male den Rivalen eBay abhängen, der vor allem dank seines Bezahldienstes PayPal um 32 Prozent zulegte. Die Kehrseite des Wachstums ist jedoch eine schwindende Gewinnmarge. Von jedem eingenommenen Dollar blieb zuletzt gerade noch ein halber Cent bei Amazon hängen.
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