Sa, 18. August 2018

Tatort Internet

15.09.2011 10:46

Cybercrime fordert pro Sekunde 14 neue Opfer

388 Milliarden US-Dollar – auf diesen Wert schätzt Norton den Markt für Internetkriminalität. Cybercrime ist damit ein größeres und lukrativeres Geschäft als der weltweite Schwarzmarkt für Marihuana, Kokain und Heroin zusammen (295 Milliarden US-Dollar), das Volumen entspricht nahezu dem Wert des weltweiten Drogenhandels (411 Milliarden US-Dollar), rechnet der Sicherheitsanbieter in seinem aktuellen "Norton Cybercrime Report 2011" vor. Die Leidtragenden sind die Nutzer, wenngleich die Probleme zum Teil hausgemacht sind.

Dem Report zufolge wurden allein im vergangenen Jahr 431 Millionen Menschen Opfer von Internetbetrug. Das entspricht mehr als einer Million neuer Opfer pro Tag oder 14 in der Sekunde und übersteigt die Gesamtbevölkerungszahl Westeuropas. Jeden Tag gebe es damit doppelt so viele Opfer von Computerkriminalität wie Neugeborene.

Die Chance, dass ein Nutzer im Laufe eines Jahres Opfer einer Cyberstraftat wird, liegt inzwischen bei 1 zu 2,27. Zum Vergleich: Die Chance, im selben Zeitraum bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, liegt bei 1 zu 6.279, jene, mit einem Flugzeug abzustürzen, gar nur bei 1 zu 10,7 Millionen.

Enormer finanzieller Schaden und Zeitverlust
Dabei sind die Probleme zum Teil hausgemacht: Vier von zehn der in 24 Ländern befragten Erwachsenen gaben an, darauf zu verzichten, persönliche Daten mit einer aktuellen Sicherheitssoftware zu schützen. Ein Leichtsinn, der teuer bezahlt wird: Dem Norton-Report zufolge verursachte Internetkriminalität allein im vergangenen Jahr Kosten in Höhe von rund 114 Milliarden US-Dollar.

Weitaus teurer kommt die Anwender aber der daraus resultierende Zeitverlust durch Systemausfälle und ähnliches zu stehen, den Norton mit 274 Milliarden US-Dollar beziffert. Im Durchschnitt verbrachten Opfer von Cybercrime in den vergangenen zwölf Monaten ganze zehn Tage mit der Klärung von Online-Vorfällen.

Mit diesem Geld, in Summe 388 Milliarden US-Dollar, könnte man laut Norton weitaus Sinnvolleres tun, beispielsweise die Bekämpfung der Malaria für die nächsten 90 Jahre finanzieren, 100 Mal mehr Kinder unterstützen – die weltweiten jährlichen UNICEF-Ausgaben betragen lediglich 3,65 Milliarden Dollar - oder doppelt so vielen Bürgern Schwarzafrikas eine Universitätsausbildung ermöglichen.

China weiterhin Cybercrime-Hochburg
Hauptverursacher der Schäden sind nach wie vor Computerviren und Schadcode (54 Prozent), gefolgt von Online-Betrügereien (elf Prozent) und Phishing-Angriffen (zehn Prozent) auf den Plätzen zwei und drei der häufigsten Internetstraftaten. Hochburgen der Internetkriminalität sind dabei China, wo bereits 85 Prozent aller Erwachsenen Opfer einer Cyberstraftat wurden, Südafrika (84 Prozent) und Mexiko (83 Prozent).

Ähnlich gefährlich ist es in Singapur, Indien und Brasilien (80 Prozent), doch auch Deutschland findet sich mit 77 Prozent Cybercrime-Opfern in der Statistik sehr weit oben. Vergleichsweise sicher ist es dagegen in Belgien (50 Prozent), den Niederlanden (41 Prozent) und Japan, wo nur 38 Prozent bereits einem Cybercrime zum Opfer fielen.

Zahlen spiegeln reale Verhältnisse wider
Laut Adam Palmer, führender Cybersicherheit-Berater bei Norton, entsprechen diese Zahlen zur Internetkriminalität den Verbrechensraten in der realen Welt. Länder wie Südafrika und Brasilien, in den mehr "reale" Verbrechen begangen würden als in den meisten anderen Ländern, hätten sich auch eindeutig zu Hochburgen der Internetkriminalität entwickelt. Zugleich lasse sich aus den Ergebnissen aber auch ablesen, dass Geographie und Sprache kein Hindernis für Internetbetrüger seien, da diese bekanntermaßen Stützpunkte in den unterschiedlichsten Ländern haben.

Weitere gleichermaßen beeindruckende wie erschreckende Zahlen zur Internetkriminalität aus seinem aktuellen "Norton Cybercrime Report 2011" hat der Sicherheitsanbieter online zusammengefasst.

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