Viel ist von der originalen BMW R 18 B nicht übriggeblieben, aber - unglaublich, aber wahr - es gibt tatsächlich noch manches, das serienmäßig geblieben ist an der BMW R 18 B Heavy Duty.
Der Rahmen gehört nicht zu den unangetasteten Teilen. „Wir haben die oberen Rohre komplett neu gefertigt, um die Flyline und somit die Sitzhöhe der R 18 B abzusenken. Auch den Lenkkopf und die Gabelbrücken haben wir neu gemacht, damit der Nachlauf trotz des geänderten Lenkwinkels passt und sich das Bike entsprechend gut fährt“, erklärt Fred Kodlin, der sich seit 40 Jahren dem Customizing verschrieben hat und die Heavy Duty als Vater-Sohn-Projekt aufgebaut hat. Als Publikumsmagnet auf der Daytona Bike Week in Florida.
Von der Seite betrachtet fällt die Fly-Line vom gechoppten Windschild aus dem originalen BMW-Zubehörprogramm nach hinten stark ab und läuft schließlich in den von Kodlin selbst aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigten Seitenkoffern und dem tiefen Heck aus. In der Draufsicht zeigt die R 18 B Heavy Duty hingegen eine starke Taillierung im Sitzbereich und einen fließenden Anschluss zu den Seitenkoffern.
Den technischen Clou bildet fahrwerksseitig schließlich ein Luftfahrwerk vorne und hinten, unterstützt von einem hinter dem linken Seitenkoffer kaum sichtbar platzierten Kompressor. Damit kann das Trumm in Sekundenbruchteilen abgesenkt und angehoben werden. Die Funktion ist ebenso nützlich wie spektakulär: Zum Parken senkt man das Fahrwerk ab, setzt es auf versteckte Auflagepunkte und lässt das Bikes so wartend nur wenige Zentimeter über dem Asphalt kauern.
Karosseriemodifikationen bis hin zu Winglets
Nicht weniger tief in die Materie stieg das Kodlin-Team gut drei Monate lang auch ins Thema Karosseriebau ein. Es entstand ein komplett neuer Blechtank - länger als das Original, fließend in der Form und mit seitlichen Einbuchtungen versehen. Dafür wurde auch der Anschluss von Tank und Heckrahmen modifiziert. Von der R 18 B übernommen wurde hingegen das originale Ladefach fürs Mobiltelefon.
Ebenfalls aus Blech entstanden ein Bugspoiler mit 3-farbiger Unterflurbeleuchtung sowie ein Vorderradkotflügel, der sich dicht um das 21-Zoll-Vorderrad schmiegt. Aus zwei zusammengefügten R 18 B Hinterradkotflügeln schuf Kodlin schließlich ein entsprechendes Pendant fürs Hinterrad, bei dem Rück- und Blinkleuchten integriert sind. Eine komplette Eigenanfertigung stellen wiederum die beiden Seitendeckel aus Blech dar. In die Seitenkoffer eingepasst sind R 18 B Lautsprecher von Marshall samt Verstärker.
Oberhalb der Zylinder finden sich Winglets - sie dienen ausschließlich der Optik, eine Funktion haben sie nicht. Den formalen Abschluss der Customizing-Arbeiten bilden schließlich eine von Kodlin angefertigte Sitzbank sowie eine Instrumentenhaube mit Bezügen aus Alcantara und Kunstleder sowie ein eigens angefertigter Lenker und eine selbst kreierte Auspuffanlage. Bei Bremssätteln, Schalt- und Fußbremshebel und Fußrasten handelt es sich indes um BMW Motorrad Serienbauteile, die farblich angepasst wurden.
Der Motor blieb technisch komplett auf Serienstand. Lediglich Zylinderkopfhauben, Riemenabdeckung und Ansaugschnorchel wurden in Schwarz metallic lackiert.
Unverändert übernommen wurden die Geschwindigkeitsregelung mit Abstandsregelung, der Rückwärtsgang und das eCall, die in der Cruiser-Welt von keinem anderen Hersteller angeboten werden.
Die aufwendige Paintbrush-Lackierung stammt von Tattoo-Künstler Marcel Sinnwell.
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