Unordnung im Kinderzimmer kennen Eltern nur zu gut. Doch auch in digitaler Hinsicht sind immer mehr Sprösslinge echte Aufräummuffel: Jedes zehnte Kind hat im Schnitt zwischen 51 und 80 Apps auf seinem Smartphone oder Tablet, bei den Sechs- bis Zwölfjährigen ist jeder Siebte bereits ein App-Messie. Mit gravierenden Folgen, warnt der IT-Sicherheitsanbieter ESET.
37 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen können laut einer repräsentativen Studie von YouGov im Auftrag von ESET bereits auf bis zu 20 Apps zugreifen, fast jeder Fünfte der Altersklasse auf 21 bis 50 Apps. Die nächste Altersklasse zwischen sechs bis zwölf Jahren kommt schon auf 51 bis 80 Anwendungen. Teenager bis 15 Jahre haben zwischen 81 bis 100 Apps auf dem Smartphone oder Tablet installiert. Bei den 15- bis unter 18-Jährigen tummeln sich sogar mehr als 100 Apps auf den Geräten.
Die App-Sammelei hat allerdings ihre Tücken, nicht zuletzt, weil sie zum Unsicherheitsfaktor wird, wenn Anwendungen nicht ab und zu auf den Prüfstand gestellt und Updates nicht regelmäßig eingespielt werden. Hinzu kommt, dass nicht immer Apps auf den Geräten der Sprösslinge landen, die Eltern für kindertauglich empfinden, wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen.
Viele Apps nicht kindgerecht
Vor allem die beliebtesten Apps der Umfrage wie Snapchat und Roblox halten Eltern für wenig kindgerecht. Auch wenn die Foto- und Video-App Snapchat mehr als jedes fünfte Kind verwendet, wird von 29 Prozent der Mütter und Väter bemängelt, dass sie für den Nachwuchs im Allgemeinen ungeeignet ist, erst recht für Kinder zwischen sieben und 13 Jahren.
Auch die Spieleplattform Roblox, die in der Umfrage auf Platz zwei der beliebtesten Apps rangiert, wird im Schnitt von jedem fünften Elternteil als kinderuntauglich empfunden. In der Altersklasse zwischen sieben und 13 Jahren wird die App sogar von jedem vierten Erwachsenen kritisiert. Trotzdem nutzen sie 34 Prozent der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren und 29 Prozent der Zwölf- bis 15 Jährigen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle manchmal besser
Geht es allerdings um die Einhaltung der Bildschirmzeiten, bringen Mütter und Väter ihrem Nachwuchs viel Vertrauen entgegen: 44 Prozent haben sehr hohes bis hohes Vertrauen, dass vereinbarte Regeln befolgt werden. Ein Drittel glaubt nur teilweise daran und jeder Achte hat nur wenig bis gar kein Vertrauen, vor allem in die Heranwachsenden und Teenager.
Auch wenn das Vertrauen hoch ist, greifen trotzdem mehr als ein Viertel der Eltern auf Sicherheitsmaßnahmen wie die Begrenzung von Online-Zeiten zurück. Genauso viele Eltern suchen mit dem Nachwuchs das Gespräch über Internetsicherheit. Aber auch Kinderschutzprogramme und das Sperren von Webseiten stehen bei Müttern und Vätern weiter oben auf der Agenda, vor allem bei den Sechs- bis Zwölfjährigen.
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