In Taiwan sind fünf Männer angeklagt, Filme ins Internet hochgeladen und dann von den Nutzern, die sie herunterluden, Geldzahlungen erpresst zu haben. Unter den Angeklagten befindet sich ein ehemaliger Ultramarathonläufer, der nach seinem Jus-Abschluss im Jahr 2020 ein Beratungsunternehmen für Urheberrecht gegründet hatte.
Wie „TorrentFreak“ unter Berufung auf lokale Medien berichtet, hatte sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, Rechtsstreitigkeiten gegen Filesharer zu Profit zu machen. Im Mai 2021 erwarb es dafür Lizenzen für die öffentliche Ausstrahlung mehrerer Filme. 18 dieser Filme wurden kurz darauf in BitTorrent-Netzwerke hochgeladen, um Nutzer zum Herunterladen zu verleiten.
Nachdem ihre IP-Adressen erfasst worden waren, erlangte das Unternehmen ihre Identitäten von Internetanbietern und verklagte sie in der Absicht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. 937 Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen wurden so seit August 2021 eingereicht. In nur 25 dieser Fälle gelang es dem Unternehmen, Vergleiche in Höhe von umgerechnet rund 29.000 Euro zu „erpressen“, wie „TorrentFreak“ berichtet.
Neben dem Unternehmensgründer wurden vier weitere Personen angezeigt, die an der Operation beteiligt waren. Dem Bericht nach hatte die Flut an Urheberrechtsklagen des Unternehmens mehrere Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften „überwältigt“.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.