Twitter pflegte zuletzt tatsächlich ein eher gespanntes Verhältnis zu den Software-Entwicklern, die Apps für den Dienst programmieren. Die Internetfirma versucht, möglichst viele Nutzer direkt zu erreichen - etwa über die Twitter-Website oder die hauseigenen Smartphone-Apps.
Der Kurznachrichtendienst war deshalb vor allem mit Internet-Unternehmer Bill Gross und dessen Holding UberMedia aneinandergeraten. Gross hat eine Art Gegenpol aus zusammengekauften Twitter-Clients aufgebaut. Der Streit dreht sich letztlich um die Frage, wer die Werbeeinnahmen im Umfeld von Twitter-Mitteilungen kassiert. UberMedia bestätigte, von den Wettbewerbshütern kontaktiert worden zu sein und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Um seinen Stand zu stärken, hatte Twitter vor nicht allzu langer Zeit eines der führenden Programme für die Nutzung seines Dienstes aufgekauft: Tweetdeck. Twitter soll dafür 40 bis 50 Millionen Dollar (28 bis 35,1 Millionen Euro) gezahlt haben. Geld, das erst einmal wieder hereinkommen muss. UberMedia habe ebenfalls versucht, Tweetdeck zu kaufen, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Personen.
Die US-Wettbewerbshüter scheinen es aktuell auf die großen Internetfirmen abgesehen zu haben. Auch Suchmaschinen-Gigant Google muss sich derzeit unbequeme Fragen der FTC gefallen lassen. Für Twitter wären Auflagen problematisch: Dem Kurznachrichtendienst werden immer wieder Börsenpläne nachgesagt - Investoren wollen jedoch sicher sein, dass Twitter auch Geld verdienen kann.
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