Parallel zu den alten Standards nach dem Internetprotokoll der Version vier (IPv4) hatten Unternehmen für 24 Stunden das neue Format aktiviert. An der Aktion hatten sich auch internationale Internetkonzerne wie Google, Facebook oder Yahoo beteiligt.
Am zentralen deutschen Internetknotenpunkt "DE-CIX" in Frankfurt am Main sei bis zum Nachmittag doppelt so viel IPv6-Datenverkehr gemessen worden wie in den Tagen zuvor, erklärte Meinel. Ihm zufolge dürfte die Mehrheit der Internetnutzer "praktisch nichts" von dem Test mitbekommen haben. Moderne Betriebssysteme unterstützen den neuen Standard bereits. Weltweit verteilte Messstellen in Europa hätten nur einige punktuelle Schwierigkeiten sichtbar gemacht.
Platz für neue IP-Adressen schaffen
Bei der Umstellung von IPv4 auf IPv6 geht es vor allem darum, neue sogenannte IP-Adressen zu gewinnen. Der Grund: Im alten Internet wird es eng. Jeder Computer, der im Internet unterwegs ist, braucht eine IP-Adresse - eine 32-zifferige Zahl, über die er gefunden werden kann. Der 1981 eingeführte IPv4-Standard erlaubt maximal 4,3 Milliarden Adressen. "Das haben wir damals als ausreichend erachtet, schließlich betrachteten wir das Ganze nur als ein Experiment", erinnert sich Internet-Miterfinder Vint Cerf.
Mit dem Siegeszug des Internet sowie der direkten Kommunikation mit einzelnen Geräten stieg der Adressbedarf jedoch enorm an – und wird in den kommenden Jahren weiter drastisch steigen. "Wenn Sie zum Beispiel ihr Haus automatisieren, bekommt auch Ihre Jalousie eine IPv6-Adresse", erläutert Meinel. Auch mit dem Internet verbundene Sensoren beispielsweise in Autos brauchen eigene IP-Adressen.
"600 Billiarden Adressen auf jeden Quadratmillimeter"
Inzwischen sind die letzten Adressblöcke im IPv4-Standard verteilt. Es wird also richtig eng. Bei IPv6 hat man deswegen gleich Platz zum reinwachsen gelassen. "Das neue Format stellt 340 Sextillionen Adressen bereit - das sind 600 Billiarden Adressen auf jeden Quadratmillimeter der Erdoberfläche", rechnet der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco vor. Oder als Zahl: 340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.
Bis zu einem kompletten Übergang auf den neuen Standard wird laut Wilhelm Boeddinghaus vom Webhoster Strato aber noch einige Zeit vergehen: "Ich denke, dass sich IPv4 in zehn Jahren auf kleine Inseln zurückgezogen haben wird", so der Experte. Das große Problem in den Netzen der Anwender seien die Router. "Die müssen meistens eine neue Software bekommen. Und das muss jemand aktiv machen."
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