Koloskopie nachholen

Darmkrebs kennt keine Pandemie!

In der nahen Zukunft werden in Österreich bis zu 2300 Krebserkrankungen pro Jahr zusätzlich auftreten! Vor allem, weil weniger Menschen Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmspiegelung wahrnahmen.

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Im Jahr 2020 kam es aufgrund von COVID-19 zu einer drastischen Reduktion der Vorsorge-Koloskopien um fast 15 Prozent gegenüber 2019. In Lockdown-Wochen brach diese Versorgung gar um 80 Prozent ein! Einerseits durch ein verkürztes Angebot an Untersuchungsterminen, andererseits aufgrund von Ängsten, in Pandemiezeiten Spital oder Arzt aufzusuchen. „Dadurch wurden aber Vorstufen von Darmkrebs seltener entdeckt, das Karzinom konnte sich ausbreiten, die Aussichten auf Heilung werden schlechter“, gab Mag. Gaby Sonnbichler, Geschäftsführerin der Krebshilfe Wien auf einer Pressekonferenz zu bedenken.

Dabei stellt Darmkrebs die einzige Tumorerkrankung dar, die man durch eine Vorsorgeuntersuchung verhindern kann - nämlich indem man eben anfangs noch harmlose Vorstufen, Polypen, entfernt. Bei fast einem Viertel der untersuchten Personen wurden diese in den vergangenen Jahren entdeckt und gleich „weggezwickt“. „Dennoch nehmen in Österreich auch jenseits von Corona durchschnittlich nur 16 Prozent der über 50-Jährigen an der jährlichen kostenlosen Koloskopie teil“, so Chirurg und Darmspezialist Dr. Friedrich A. Weiser vom Magen-Darmvorsorgezentrum „Medico Chirurgicum“ in Wien. „Die Untersuchung ist durch die Sedierung aber schmerzfrei. Leider wird dieser Dämmerschlaf nur in Wien komplett von der ÖGK übernommen.“

Es gilt zu bedenken: Nicht nur ältere, auch junge Menschen kann die Diagnose Darmkrebs treffen. Eine kürzlich veröffentlichte Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums legt nahe, dass das Risiko einer frühen Darmkrebserkrankung bei (jungen) fettleibigen Menschen etwa doppelt so hoch ist wie bei Normalgewichtigen.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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