26.11.2021 15:38 |

Schluss mit rutschig?

Winterreifen für Fahrräder im Test

Nicht zuletzt durch die Pandemie sind viele Menschen auf das Fahrrad umgestiegen. Wer auch im Winter radeln möchte, kann sich dafür eigene Winter- oder sogar Spikereifen besorgen. Der ÖAMTC und seine Partner haben neun gängige Modelle auf ihre Winterfahreigenschaften hin getestet und mit einem Sommerreifen verglichen. Einen klassischen Testsieger gab es nicht.

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„Welcher Reifen individuell geeignet ist, hängt letztlich sehr vom persönlichen Einsatzgebiet ab. Jeder dieser Spezialreifen hat Vor- und Nachteile, ist auf einem Gebiet deutlich besser, weist dafür in anderen Bereichen Schwächen auf - eine Rundum-Empfehlung bzw. einen ‘Testsieger‘ im klassischen Sinn gibt es nicht“, sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Der Test zeigt, dass die Unterschiede innerhalb einer Reifenkategorie zwischen den Herstellern marginal sind, die Unterschiede zwischen den Kategorien dafür umso größer. Es hängt also vom Fahrprofil des Einzelnen ab, welche Reifen infrage kommen. „Will man nur hin und wieder bei gutem Wetter auf trockenem Untergrund unterwegs sein, leisten auch etwas stärker profilierte Sommerreifen gute Dienste. Erst bei regelmäßigem Wintereinsatz, auch bei schlechteren Witterungsbedingungen, zahlen sich solche Spezialreifen aus“, so Kerbl. Kosten: ab ca. 20 Euro.

Reifen für Schnee, -matsch und Nässe
Wer seine Alltagswege in die Arbeit oder zum Einkauf auf asphaltierten Strecken auch im Winter mit dem Fahrrad oder E-Bike erledigen möchte, für den empfehlen sich die reinen Winterreifen („Marathon GT 365“ von Schwalbe, „Top Contact Winter“ von Continental, „Wintertour“ von Veloplus, „Star Grip“ von Michelin und „Rollspeed W“ von Nokian). Ihre weiche Gummimischung ermöglicht gemeinsam mit einem Lamellen- oder leichten Stollenprofil ein deutlich besseres Fahrverhalten bei Schnee, Schneematsch bzw. Nässe - auf trockenem Asphalt sind die Bremswerte z. T. nur geringfügig besser als beim Sommerreifen „Marathon“ von Schwalbe.

Spike-Reifen für eisigen Untergrund
Die getesteten Spikereifen „Marathon Winter Plus“ von Schwalbe, „Contact Spike 240“ von Continental und „Klondike Skinny“ von Kenda verfügen über 100 bis 240 Spikes aus Metall. Diese ermöglichen gute Fahreigenschaften bei Schnee und Eis, wie man es beispielsweise auf ungeräumten Forst- oder Feldwegen im Winter vorfindet. Auf Asphalt und insbesondere auf Straßenschienen, Kanaldeckeln und Straßenmarkierungen wirken sich die Metallspikes dagegen negativ aus - der Reifen rutscht viel leichter und das Fahrverhalten ist unangenehm, der Grip schlecht.

Ein Sonderfall ist der „Winter Traveler Skin“ von Retyre aus Skandinavien. Das modulare System verfügt über einen Basisreifen mit glattem Straßenprofil, über den bei Bedarf mittels Reißverschluss-System ein stark profilierter Spikereifen aufgezogen werden kann, ähnlich einer Schneekette bei einem Autoreifen. Damit erreicht der Reifen auf allen Untergründen ein gutes Ergebnis, sofern man ihn flexibel anpasst. Der Nachteil: Neben dem höchsten Preis aller Testkandidaten erfordert die etwas breitere Konstruktion mehr Platz zwischen Reifen und Kotflügel bzw. Rahmenstreben. Auch über die langfristige Haltbarkeit dieses Systems konnte in diesem Test keine Aussage getroffen werden.

Doch auch mit Winterreifen rät der ÖAMTC vom Radfahren auf Eis und Schnee ab: „Bei blankem Eis auf Asphalt sollte man das Rad auch mit Winter- oder Spikebereifung lieber stehen lassen, zu groß ist beim Zweirad die Gefahr, wegzurutschen und zu stürzen.“

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