Fieser Streit

Halleiner Wirte starten Stadtfest-Revolte

Salzburg
04.07.2026 07:00

Zwei Gastronomen liegen im Clinch mit dem Halleiner Tourismusverband (TVB). Dieser veranstaltet das alljährliche Stadtfest. Heuer eskalierte die Lage komplett – plötzlich waren ihre Lokale blickdicht verbarrikadiert. Jetzt starten die beiden den Aufstand gegen den Fest-Veranstalter...

„Das war eine reine Schikane, absolut letztklassig!“ Mandi Bhatti ist immer noch sauer, wenn er an das Halleiner Stadtfest am Wochenende zurück denkt. Der Gastronom betreibt das Lokal Coolinarik am Florianiplatz – dort überschlugen sich am Samstagvormittag die Ereignisse. „Und das alles, weil wir eine geforderte Gebühr nicht bezahlt haben“, meint Bhatti.

Arbeiter stellten Gitter auf
Doch der Reihe nach: Gemäß den Teilnahmebedingungen am Stadtfest müssen Gastronomen 960 Euro bezahlen, eine Art Unkostenbeitrag für alle Altstadt-Lokale. Zudem verpflichtet man sich, im Außenbereich ausschließlich Getränke des Stadtfest-Partners auszuschenken. „Das entspricht nicht unseren Qualitätsansprüchen“, meint Bhatti. Zudem befindet sich der Gastgarten des Coolinarik laut seinen Angaben auf Privatgrund. Er habe sich daher nicht an die „aufgezwungenen Bedingungen“ zu halten. Gleiches gelte auch für das benachbarte Lokal Kabinett. Beide Wirte bezahlten die Teilnahmegebühr daher nicht. Am Stadtfesttag folgte die Überraschung: Arbeiter stellten im Auftrag des Veranstalters blickdichte Absperrgitter auf, riegelten die beiden Gastgärten regelrecht ab. „Wir haben sie nach langem Streit dann händisch entfernt“, sagt der Coolinarik-Chef.

Hinter diesen blickdichten Absperrgittern befinden sich eigentlich zwei Halleiner Gastgärten.
Hinter diesen blickdichten Absperrgittern befinden sich eigentlich zwei Halleiner Gastgärten.(Bild: zVg)

„So etwas können wir nicht akzeptieren“
Veranstalter des Stadtfests ist der Halleiner Tourismusverband (TVB). Geschäftsführer Rainer Candido meint zur Causa: „Unsere Bedingungen sind seit 2019 bekannt. Herr Bhatti weiß das und negiert es. Wir haben ständig ein Auge zugedrückt.“ Das Coolinarik-Team habe sich Jahr für Jahr am gesamten Platz ausgebreitet und sogar Fluchtwege verstellt. „So etwas können wir als Veranstalter nicht akzeptieren, sonst hält sich niemand mehr an irgendetwas“, betont Candido. Mit den weiteren Altstadt-Wirten gebe es überhaupt keine Probleme. Und: „Wir sind auch heuer auf die beiden Gastronomen zugegangen, wollten noch am Stadtfesttag eine Lösung finden. Sie wollten das aber nicht.“

Bhatti hat mit seinen Gastro-Kollegen vom Kabinett nun gar einen Offenen Brief verfasst. Darin spricht man von „Knebelverträgen“ und mangelnder Transparenz seitens des TVB rund um das Stadtfest. Bei den weiteren Halleiner Gastronomen sammelt man fleißig Unterschriften. „Wir fordern ein Überdenken des aktuellen Konzepts“, heißt es in dem Schreiben. Candido warnt allerdings: „Sollte es im nächsten Jahr kein Stadtfest geben, dann sind diese beide Gastronomen verantwortlich.“

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