25.10.2021 12:49 |

Große Skepsis

Umfrage: Knappe Mehrheit gegen digitalen Euro

Vier von zehn Bürgern in Deutschland können sich einer Bundesbank-Umfrage zufolge grundsätzlich vorstellen, künftig einen digitalen Euro zu nutzen. Allerdings gibt es auch noch viel Skepsis gegenüber dem von den Euro-Zentralbanken vorangetriebenen Projekt, wie aus der am Montag veröffentlichten Erhebung hervorgeht.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten gab demnach an, die Einführung eines digitalen Euro nicht zu befürworten. Allerdings weist die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober darauf hin, dass „der Begriff des digitalen Euro in der breiten Öffentlichkeit zum Zeitpunkt der Befragung noch weitgehend unbekannt“ gewesen sei.

Europas Währungshüter prüfen seit einer Weile die mögliche Einführung einer digitalen Variante der europäischen Gemeinschaftswährung. Mitte Juli 2021 beschloss die Europäische Zentralbank (EZB), die Vorarbeiten auf die nächste Stufe zu heben: In einer zweijährigen Untersuchungsphase geht es nun etwa um Technologie und Datenschutz. Ob ein digitaler Euro kommen wird, ist damit noch nicht entschieden.

Zwei Drittel befürchten Abschaffung des Bargeldes
„Insbesondere überzeugte Barzahler stehen dem digitalen Euro eher skeptisch gegenüber“, stellte die Bundesbank fest. Fast zwei Drittel (61 Prozent) derjenigen, die sich in der Umfrage ablehnend äußerten, befürchten, dass ein digitaler Euro der Einstieg in eine Abschaffung des Bargeldes wäre. Sowohl EZB als auch Bundesbank haben wiederholt versichert, ein digitaler Euro käme als Ergänzung zum Bargeld, nicht als Ersatz für Schein und Münze.

Zu den wichtigsten Eigenschaften eines digitalen Euro gehören aus Sicht der Befragen eine einfache Nutzung, die Wahrung der Privatsphäre, Sicherheit in Bezug auf den Datenschutz und eine universelle Einsetzbarkeit. Für viele Befragte stelle ein digitaler Euro eine Chance dar, „die kommerzielle Verwendung personenbezogener Daten durch privatwirtschaftliche Akteure zu vermeiden“, so die Bundesbank.

Die Arbeiten an einem digitalen Euro sind eine Antwort der Euro-Zentralbanken auf den steilen Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether. Der große Unterschied: Im Gegensatz dazu stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 27. November 2021
Wetter Symbol