Nach dem Rücktritt des CDU/CSU-Fraktionschefs Jens Spahn hat Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt, sein Kabinett umzubauen. Konkrete Namen sollen am Freitag öffentlich bekannt gegeben werden. Laut deutschen Medien handelt es sich unter anderem um Gesundheitsministerin Nina Warken und Digital-Staatssekretär Philipp Amthor.
Warken soll demnach die neue Kanzleramtschefin werden, an ihre Stelle im Gesundheitsministerium soll der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rücken. Für die Nachfolge von Linnemann wiederum waren laut einem „Bild“-Bericht die Bundestagsabgeordneten Franziska Hoppermann und Catarina dos Santos-Wintz im Gespräch. Zudem würde Digital-Staatssekretär Philipp Amthor als Bund-Länder-Beauftragter ebenfalls ins Kanzleramt wechseln.
„Der Bundeskanzler wird die Personalentscheidungen bekannt geben, wenn alle offenen Punkte geklärt sind“, kommentierte Deutschlands Regierungssprecher Stefan Kornelius lediglich. Am Mittwoch war Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) für das Amt des Unionsfraktionschefs nominiert worden.
Engste Berater ausschließlich Männer
Die engsten Berater von Merz sind derzeit ausschließlich Männer: die beiden wichtigen Abteilungsleiter für Außen- und Wirtschaftspolitik, der Regierungssprecher, der Kanzleramtschef und sein Büroleiter. Mit Warken als Kanzleramtschefin wäre erstmals auch eine Frau enge Beraterin. Sie verfügt über langjährige politische Erfahrung und sitzt bereits seit 2013 mit einer kurzen Unterbrechung im Bundestag. Bei den Wahlen 2021 und 2025 holte sie in ihrem Wahlkreis Odenwald-Tauber das Direktmandat. In der vergangenen Wahlperiode war die Juristin parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion. Seit 2025 steht sie an der Spitze der Frauen Union ihrer Partei. Im April bescheinigte der Kanzler Warken Mut, Augenmaß, Ehrlichkeit und Empathie.
Linnemann hatte schon nach der Bundestagswahl die Chance, ins Kabinett zu wechseln, ließ sie aber ungenutzt. Er war als Minister eines Superministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Soziales im Gespräch, entschied sich dann aber für die Parteizentrale. Dort hatte er bisher keinen leichten Stand. Er fiel bisher unter anderem mit Aussagen zur Gesundheitspolitik auf, etwa mit seiner Forderung nach einer Reduzierung der 90 gesetzlichen Krankenkassen auf zehn.
Opposition mit Linnemann unzufrieden
Die Opposition reagierte auf die Berichte vor allem mit Kritik an Linnemann. „In Zeiten, in denen die Bundesregierung den Menschen im Land einen Tiefschlag nach dem anderen verpasst, wäre es kein gutes Zeichen, wenn jemand Minister wird, der bisher nur dadurch aufgefallen ist, nach unten zu treten – gerade in so einem wichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege“, sagte etwa der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar.
Wie berichtet, war Spahn als Unionsfraktionschef im Bundestag zurückgetreten, nachdem er dafür kritisiert worden war, mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden zu sein. Seine Partei hält am Verbot der Leihmutterschaft fest, auch er selbst hatte sich in der Vergangenheit dagegen geäußert und erhielt daher unter anderem den Vorwurf der fehlenden Glaubwürdigkeit. Ob er sein Bundestagsmandat behalten will oder nicht, ließ Spahn offen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.