Donauinsel Open Air

Rita Ora Live: Sexy Hits und Tränen bei Wien-Show

Musik
24.07.2026 00:42

Zwölf Jahre nach ihrem letzten Wien-Auftritt feierte Rita Ora am Donnerstagabend ihr Comeback in der Hauptstadt. Beim Donauinsel Open Air begeisterte die Britin mehr als 6500 Fans mit ihren größten Hits, jeder Menge Sex-Appeal, ehrlichen Emotionen und einer Show, die trotz kühler Brise ordentlich einheizte.

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Die Sonne verabschiedete sich langsam über der Donauinsel, eine kühle Brise zog nach einem wechselhaften Tag über das Festivalgelände - der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch. Rund 6500 Besucher warteten am Donnerstagabend gespannt auf den großen Act des Donauinsel Open Air. Riesige pinke und blaue Stoff-Blumen schmückten zum Schluss die Bühne, während sich Groß und Klein mit Essen, Getränken und selbstgemalten Plakaten – „Let‘s Take a Picture“ – die Zeit bis zum Auftritt vom internationalen Star Rita Ora vertrieben.

Den musikalischen Auftakt machte Milow, der mit seinen gewohnt entspannten, lässigen Songs für einen angenehmen Einstieg sorgte. Danach übernahm die Sängerin aus Bayern, Leony, das Kommando – und brachte die Insel endgültig in Festivalstimmung. Gemeinsam mit ihren Tänzern lieferte sie eine durchchoreografierte Show, suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum und überzeugte mit ihrer kraftvollen Stimme. Bei „Faded Love“ wurde laut mitgesungen, spätestens beim abschließenden Hit „Remedy“ gab es kein Halten mehr. Während die Sonne plötzlich wieder durch die Wolken blitzte, regnete es zum finalen pinken Konfetti mit roten Herzen auf die Menge. „Wien, vielen Dank, dass ihr es so schön für uns macht, wenn wir hier spielen. Viel Spaß mit Rita Ora!“, verabschiedete sie sich.

Leony hatte mit ihren Tänzerinnen sichtlich Spaß auf der Bühne und kostete ihren Auftritt voll ...
Leony hatte mit ihren Tänzerinnen sichtlich Spaß auf der Bühne und kostete ihren Auftritt voll aus.(Bild: Andreas Graf)
Milow sorgte für Sonnenschein und ruhigere Klänge.
Milow sorgte für Sonnenschein und ruhigere Klänge.(Bild: Andreas Graf)

Hommage an Cher
Mit leichter Verspätung war es kurz vor 21 Uhr schließlich so weit. Drei Backgroundsängerinnen, Schlagzeuger und Gitarrist stimmten gemeinsam mit den ersten Klängen von „Black Widow“ auf den großen Auftritt ein. Dann betrat Ora mit blondem Kurzhaarschnitt, Sonnenbrille und einem pink-roten Spitzen-BH mit passendem Jäckchen die Bühne. Schon nach wenigen Minuten war klar: Die Britin hatte das Publikum vom ersten Moment an in der Hand. Mit „Seid ihr bereit, den Abend mit mir zu verbringen“ leitete sie „I Will Never Let You Down“ ein und sprang, tanzte und wirbelte mit sichtbarer Freude über die Bühne. Tänzer brauchte sie dafür keine – ihre Bühnenpräsenz, und ihr kleines aber feines Tour-Team reichten aus.

Für „Ask And You Shall Receive“ verschwand die Sonnenbrille, musikalisch schlug die 35-Jährige funkigere Töne an und zeigte einmal mehr, wie vielseitig ihr Repertoire ist. „Danke, dass ich hier sein darf, Wien. Ich war sehr lange nicht mehr hier“, sagte sie sichtlich gerührt. Tatsächlich liegt ihr letzter Wien-Auftritt bereits zwölf Jahre zurück.
Mit „Ritual“ und „For You“ nutzte sie erstmals den langen Steg in Richtung Publikum. Letzterer war zugleich der Titelsong aus „Fifty Shades of Grey“, dieser wurde von Textzeilen auf den LED-Wänden begleitet – damit wirklich jeder mitsingen konnte, was die Fans ohnehin lautstark erledigten. Als Hommage an Cher ließ Ora dann anschließend „Believe“ als Outro einfließen.

Die 35-jährige Sängerin hatte auch ihren Ehemann mitgebracht: Oscarpreisträger Taika Waititi ...
Die 35-jährige Sängerin hatte auch ihren Ehemann mitgebracht: Oscarpreisträger Taika Waititi mischte sich in der ersten Reihe unter die Fans und filmte sein Herzblatt immer wieder mit dem Handy.(Bild: Andreas Graf)

Outfit immer knapper
Einer der emotionalsten Momente folgte wenig später. Während sie ihrer Band dankte, kämpfte die Sängerin mit den Tränen. „Dieser Traum ist für mich wahr geworden“, sagte sie mit Blick auf ihre Wurzeln im Kosovo. Die Begeisterung, wieder auf einer Wiener Bühne zu stehen, war ihr deutlich anzusehen.
Danach wurde es deutlich heißer. Für „Body On Me“ legte Ora ihre Jacke ab. „Dieses Lied ist sexy“, meinte sie grinsend und unterstrich das mit lasziven Bewegungen. Immer wieder animierte sie die Fans mit einfachen „Hey“-Rufen zum Mitmachen. Vor „How To Be Lonely“ erzählte sie, dass Lewis Capaldi den Song geschrieben habe, ehe sie sogar kurz zur Mundharmonika griff.

Ein schneller Outfitwechsel – wenn man ihn überhaupt so nennen kann, denn Rita Ora zog sich lediglich einen Bolero über – sorgte für noch mehr nackte Haut. Wenig später stand sie nur noch in Spitzen-BH und Höschen mit seitlich langen Stoffbahnen auf der Bühne. Ihr Gitarrist bekam ein ausgedehntes Solo, in „Praise You“ und sogar ein kurzer Rap-Part aus Nellys „Hot in Herre“ wurde eingebaut. Vor dem Song „Heat“ erklärte Ora dann lachend: „Ich nenne das, was jetzt kommt, die heiße Sequenz.“

„Ich liebe euch, bitte kommt wieder“, appellierte Ora immer wieder ans Publikum – und genoss ...
„Ich liebe euch, bitte kommt wieder“, appellierte Ora immer wieder ans Publikum – und genoss dabei den Jubel ihrer Fans.(Bild: Andreas Graf)

Headbanger und Herzschmerz
Mit viel Hüftschwung und jeder Menge Energie ging es in den Endspurt. Bei „Hot Right Now“ sprang sie auf der Bühne, drehte sich, suchte immer wieder den Blickkontakt mit den Fans und legte sogar kurze Headbanger-Einlagen hin. Nach „Lonely Together“ folgte mit „Let You Love Me“ schließlich noch ein weiterer emotionaler Moment des Abends. Auf der Donauinsel gab es kein Halten mehr: Tausende Stimmen sangen jede Zeile lautstark mit, besonders die vielen jungen Fans feierten den Hit begeistert. Ora überließ dem Publikum immer wieder den Refrain und kämpfte sichtlich mit den Tränen. „Ich spüre das in meinem Herzen“, sagte sie bewegt. „Dankeschön. Wenn ich nochmal zurückkomme, bitte kommt wieder.“

Diesen besonderen Moment hielt auch ihr Ehemann, Oscar-Preisträger Taika Waititi, fest, der den Auftritt vor der Bühne mit dem Handy filmte. Neben ihm verfolgte auch Unternehmer Klemens Hallmann die Show. 
Zum Abschluss überließ die Sängerin bei „Anywhere“ immer wieder dem Publikum den Refrain. Sie genoss jeden Moment, verbeugte sich mehrfach, formte Herzen mit den Händen und verabschiedete sich mit einem letzten „Danke vielmals“.

Fazit: Rita Ora feierte eine rundum gelungene Rückkehr nach Wien. Zwar fiel das Konzert mit knapp 60 Minuten vergleichsweise kompakt aus, doch in dieser Zeit packte sie praktisch alles hinein, was ihre Karriere ausmacht: große Hits, eine starke Stimme, ehrliche Emotionen und jede Menge Spielfreude. Auf aufwendige Tänzer oder riesige Effekte konnte sie dabei verzichten – ihre Präsenz allein reichte aus, um die Donauinsel trotz des kühlen Wetters in eine einzige heiße Tanzparty zu verwandeln.

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