Fressen gegen Feuer
In Spanien sollen Rinder vor Waldbränden schützen
Die südspanische Provinz Almería ist kürzlich von einem der schwersten Waldbrände in der Geschichte des Landes getroffen worden. 13 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, rund 7000 Hektar brannten nieder. In der Region Galicien wird nach verheerenden Waldbränden seit Jahren auf Cachena-Rinder zur Vorbeugung gesetzt ...
Diese fressen fast alles und gelangen an Stellen, die für größere Kühe kaum erreichbar sind. Die Cachena-Rinder werden wegen ihrer Größe und Trittsicherheit auch „Ziegenkühe“ genannt. „Sie halten das Buschland auf einer angemessenen Höhe, damit es nicht gefährlich wird“, sagt Jose Taboada, der Gemeinschaftsflächen koordiniert. Als Beispiel nannte er Sträucher wie Brombeeren und Ginster, die die Tiere fressen. Diese Pflanzen enthalten nämlich Öle, die intensiv brennen und Feuer vom Boden bis in die Baumkronen tragen können.
Zuletzt hat die großflächige Anpflanzung von leicht entflammbaren Kiefern und Eukalyptusbäumen für industrielle Zwecke einheimische Rassen wie die Cachena-Kühe verdrängt. Zugleich zogen viele Menschen aus den ländlichen Gebieten Spaniens in die Städte, große Flächen verwilderten. Daher haben Gemeinden wie Vincios Bemühungen gestartet, den Bestand an heimischen Nutztieren wieder zu erhöhen. In Vincios war es ein verheerender Brand, der die Gemeinschaften zum Umdenken brachte. Auch Ziegen und Schafe werden dort nun wieder zunehmend gezüchtet.
Inzwischen leben etwa 8000 Cachena-Rinder in Galicien, einst waren es nur 400. Die Regionalregierung setzte Anreize für Landwirtinnen und Landwirte, weibliche Jungtiere zu behalten. Ein zoologisches Zentrum stellte Zuchtbullen zu günstigen Preisen zur Verfügung. Auch in anderen spanischen Regionen wie Andalusien, Katalonien und Kastilien-La Mancha setzen Landbesitzerinnen und Landbesitzer zunehmend auf Nutztiere, um die Brandgefahr zu reduzieren.
Diese Methoden empfehlen Forscher zusätzlich
Diese Methode wird auch durch wissenschaftliche Studien gestützt. Der Forstingenieur und Professor Jose Vicente Oliver empfiehlt aber weitere Strategien, darunter das maschinelle Ausdünnen von Biomasse und das kontrollierte Abbrennen von Flächen durch Fachpersonal.
Am Donnerstag kämpften Hunderte Feuerwehrleute gegen einen Brand in der Provinz Guadalajara. Dieser wütet bereits seit einer Woche. Im Südwesten von Spaniens Hauptstadt Madrid konnten unterdessen die meisten Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Dort war am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Seit Jahresbeginn sind in ganz Spanien fast 125.000 Hektar Land verbrannt. 13 Menschen kamen in Südspanien ums Leben.











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