30.03.2011 14:15 |

Frühjahrskur

Kräuter für den Frühjahrsputz von innen

Eine Frühjahrskur mit Wildpflanzen führt dem Körper all jene Stoffe zu, die er während der langen Wintermonate vermissen musste. Und zwar durch Pflanzen, die jetzt im Frühling direkt vor unserer Haustür wachsen. Als Tee, Frischpflanzensaft, Grüngetränk, Kräutersuppe oder Salat nimmt man die Kräuter in einem Zeitraum von drei bis sechs Wochen täglich zu sich.

Es sind keine großen Mengen nötig, die normale Ernährung muss nicht umgestellt werden - und trotzdem fühlt man sich nachher wie "neugeboren". Und so geht's:

  • Für Tee aus frischen Pflanzen nimmt man eine Handvoll Kräuter für eine Tasse. Der Tee wird am Morgen zubereitet und dann über den Tag auf drei Tassen verteilt getrunken.
  • Für Frischpflanzensaft die Kräuter grob zerkleinern und für kurze Zeit in sehr wenig Wasser geben. Dann mitsamt dem Wasser entsaften. So einen Saft kann man für mindestens zwei Tage zubereiten. Man trinkt drei bis vier Esslöffel über den Tag verteilt, der Rest kommt in den Kühlschrank. Für die kleinen Mengen braucht man ungefähr vier Handvoll Kräuter.
  • Um ein Grüngetränk herzustellen, braucht man eine Handvoll Kräuter, die mit reichlich Wasser oder Buttermilch im Mixer zerkleinert werden. Über den Tag verteilt trinken.
  • Für eine schmackhafte Kräutersuppe werden die Kräuter gehackt oder kleingeschnitten und in eine fertige Suppe gegeben – nicht mitkochen. Die Kräutersuppen sollten wenig Salz enthalten, aber durchaus andere Küchenkräuter und vor allem Zwiebeln.
  • Frühlingssalat: Zu grünen Salaten, Kartoffelsalat oder Gemüsesalaten gehackte Kräuter mischen.

Und das sind die besten Kräuter für den Frühjahrsputz von innen:

Spitzwegerich
Er regt das blutbildende Knochenmark an, außerdem ist er ein Reinigungsmittel für Gewebe, Haut und Blut und ein Bakterienvernichter. Die wertvollsten Blätter kommen im Frühling, sagt die Volksmedizin.

Inhaltsstoffe: Besonders viel Kieselsäure, die bei Wildpflanzen üblichen Gerbstoffe, Bitterstoffe, aber auch Schleimstoffe, das macht ihn weniger bitter als andere Heilpflanzen, Labenzym, Harz und weiter Spurenelemente und Flavonoide sind enthalten.

Verwendung: Die frischen Blätter in den Salat, als Presssaft oder als Tee. Aus den frischen Blättern macht man auch einen besonders guten Hustensirup für Kinder.

Brennnessel
Die Brennnessel regt den gesamten Stoffwechsel an. Sie ist durchblutungsfördernd und eine Heilpflanze für den arteriellen Blutkreislauf. Sie ist eine der Pflanzen, der man die Fähigkeit nachsagt, die Blutbildung anzuregen. Sie ist auch ein typisches Entwässerungskraut - das heißt, wenn man viel Brennnesseltee trinkt, Brennnesseln als Gemüse oder Frischsaft isst oder trinkt, steigern sich Harnmenge und Harnfluss erheblich.

Inhaltsstoffe: Ameisensäure (sie ist verantwortlich für das "Brennen", wenn wir die Pflanze berühren; sitzt an der Spitze der Brennhaare), Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe, mit unseren Hormonen vergleichbar), Karotinoide (Vorstufen zu Vitamin A), reichlich Vitamin C, Vitamin E, Kieselsäure, in den Brennhaaren Histamine und Serotonin (das Hormon, das uns glücklich macht).

Verwendung: Die ganzen, jungen Schösslinge als Blutreinigungstee, entweder bereits getrocknet oder auch frisch. Entweder mit anderen Kräutern mischen oder alleine verwenden. Faustregel bei frischer Brennnessel: für eine Tasse eine lockere Handvoll nehmen. Faustregel bei getrockneter Brennnessel: Für eine Tasse so viel nehmen, wie zwischen zwei Finger passt. Brennnesselkuren kann man eigentlich immer durchführen, nicht nur im Frühling.

Löwenzahn
Löwenzahn ist eine Leberheilpflanze. Er entleert die Galle, stimuliert die Leber, sodass sie Giftstoffe abstößt, und erleichtert den Nieren die Arbeit. Keine Schlankheitskur ohne Löwenzahn. Als Tee soll gerade der Löwenzahn niemals gesüßt werden, damit macht man manche Wirkung der Bitterstoffe zunichte.

Inhaltsstoffe: Große Mengen Vitamine, vor allem Karotinoide, Bitterstoffe, Flavonoide, viele Mineralstoffe in hoher Dosis, Inulin, geringe Mengen ätherisches Öl, Schleim.

Verwendung: Frische Blätter in Salat und Gemüse, als Frischpflanzensaft (Blätter und/oder Wurzel), die getrockneten oder frischen Wurzeln als Tee (zwei Tassen pro Tag oder ein Esslöffel Frischsaft).

Schafgarbe
Schafgarbe wirkt krampflösend auf den Kreislauf, besonders bei Kreislaufstörungen in den Beinen und bei Angina pectoris. Das Kraut wirkt außerdem auf die Verdauungsorgane, weil es den Gallefluss fördert und Krampfzustände im Magen und Darm behebt, es entkrampft die Gebärmutter. Schafgarbenblätter finden wir praktisch überall – als Heilpflanze ist die Schafgarbe bei allen Frauenleiden, physischen und psychischen, ein guter Unterstützer.

Inhaltsstoffe: Viele ätherische Öle wie z.B. das Azulen oder Cineol, die wunderbar riechen, dann noch Pflanzensäuren, Chlorophyll, einige Cumarine, die es auch im Waldmeister gibt, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, viele wichtige Mineralstoffe, besonders Kalium.

Verwendung: Die frischen, kleinen Blättchen - und zwar die, die am Boden wachsen - zu Salaten, als Gemüsebeigabe, als frischer Tee, als Presssaft oder Beigabe zu Topfenaufstrichen.

Brunnenkresse
Eine Heilpflanze mit reichem Innenleben, deshalb nur kurmäßig verwenden. Kurmäßig heißt – über drei Wochen etwas mehr, dann wieder gar nicht mehr. Die Senföle bewirken, dass sich Absonderungen in der Nase bis hin zu den Rachen- und Lungenschleimhäuten leichter lösen. Am meisten Wirkung erzielt man, wenn man sie frisch zu sich nimmt, man braucht sie weder trocknen noch sonst wie aufbewahren. Als Heilpflanze hilft sie bei Rheuma und schlechter Haut.

Inhaltsstoffe: Karotine (Vorstufen Vitamin A), Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Senfölglykoside (scharfer Geschmack), Jod und Eisen, Bitterstoffe

Verwendung: Frische Blätter als Salat, als Teeaufguss = Grüngetränk oder als Frischsaft. Wer unter Magengeschwüren leidet oder eine entzündliche Nierenerkrankung hat, für den ist die Brunnenkresse tabu.

Gänseblümchen
Regt den gesamten Stoffwechsel an, ist ein Blutreinigungsmittel, stärkt bei Erkrankungen den gesamten Organismus, auch bei Gicht und Rheuma wirksam.

Inhaltsstoffe: Vitamine, Bitterstoffe, Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe, ein bisschen ätherisches Öl, Schleim, das bedeutet, es ist nicht sauer. Inulin.

Verwendung: Blüten, Knospen und Blätter zu Salaten und zum Gemüse, frische Blätter als Frischtee oder die ganzen Pflanzen (ohne Wurzeln) als Presssaft, die Blüten gehören zum Beispiel auch hinein, wenn man eine Rindsuppe, Gemüsesuppe oder Hühnersuppe kocht, die Gänseblümchen aber dann abseihen und wegwerfen – früher kochte man solche kräftigen Suppen, wenn jemand rekonvaleszent war und sich erholen sollte.

Bärlauch
Bärlauch soll Blatt für Blatt geerntet werden und nicht mit der Sichel abgemäht, dann gibt es auch keine Verwechslungen mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose. Bärlauch erweitert und reinigt die Blutgefäße, besonders die der Beine und des Gehirns. Er regt die Lebertätigkeit an, ebenso den Gallenfluss. Bärlauch reinigt und desinfiziert Magen und Darm, er ist antiseptisch und fäulniswidrig.

Inhaltsstoffe: Schwefelhaltige ätherische Öle (z.B. das Allicin, das die Atemwege desinfiziert und die Blutgefäße reinigt), Flavonoide (Pflanzenzusatzstoffe, unseren Hormonen ähnlich und sie unterstützend), Senfölglykoside, Chlorophyll, viele Vitamine, vor allem Vitamin C, Mineralstoffe wie z.B. viel Eisen, Magnesium und Mangan. Verwendung: Nur roh oder frisch gekocht.

Diese und weitere Kräutertipps findest du im Ratgeber "Die Kräuter in meinem Garten 500 Heilpflanzen, 2000 Anwendungen, 1000 Rezepte, Botanik, Anbau, Magisches, Homöopathie, Hildegardmedizin, TCM, Volksheilkunde" von Siegrid Hirsch, Felix Grünberger, sowie im "Kräuter-Rezeptbuch" von Siegrid Hirsch. Beide Bücher sind im Verlag Freya erschienen.

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