22.09.2021 11:02 |

AR-Konfrontation

Smartphone-App soll die Angst vor Spinnen nehmen

Angst vor Spinnen, die sogenannte Arachnophobie, plagt laut Studien fünf Prozent der Menschheit, Abscheu empfinden wohl noch mehr von uns beim Anblick der achtbeinigen Krabbeltiere. Forscher aus der Schweiz haben nun eine Smartphone-App entwickelt, die bei der Linderung von Arachnophobie Erstaunliches vollbringen soll. Mit virtuellen Achtbeinern am Smartphone-Display könne man die Spinnenangst binnen weniger Wochen reduzieren, so das Ergebnis einer Studie.

Die Forscher der Universität Basel stellen ihre Erkenntnisse im „Journal of Anxiety Disorders“ vor und treten mit einer Studie den Beweis an, dass ihre Konfrontationstherapie per Smartphone-App wirkt. 66 Testpersonen mit Arachnophobie wurden für die Studie über einen Zeitraum von zwei Wochen untersucht, wobei zwei Drittel der Probanden die App nutzten und ein Drittel - die Kontrollgruppe - nicht.

App lässt virtuelle Spinnen umherkrabbeln
Die Funktionsweise der App ist denkbar simpel: Sie nutzt Augmented-Reality-Technologie, blendet also in Echtzeit-Bilder aus der Smartphone-Kamera digitale Elemente ein. Bei diesen Elementen handelt es sich im konkreten Fall um umher krabbelnde Spinnen, der Nutzer kann sie also am Handy-Display über seine Hand oder durch die Wohnung flitzen lassen.

Nach Abschluss der zweiwöchigen Testphase wurden die Probanden mit einer echten Spinne in einer Plastikbox konfrontiert, die Reaktionen haben die Forscher analysiert. Das Ergebnis: Bei der Gruppe, die sich mit der Augmented-Reality-App regelmäßig mit Spinnen konfrontiert hat, waren die Angstreaktionen messbar geringer als bei der Kontrollgruppe. Die Forscher: „Wir können berichten, dass die wiederholte Heimanwendung der App zu einer effektiven Reduktion phobischer Ängste bei Teilnehmern mit Angst vor Spinnen geführt hat.“

Zugängliche Alternative zu VR und echten Spinnen
Die Wissenschaftler sehen in der AR-App für daheim auch eine praktische Alternative zu gängigen Konfrontationstherapien - schon allein, weil nicht jeder Therapeut ein Terrarium mit echten Taranteln für derlei Behandlungen zur Verfügung hat. Auch gegenüber Virtual-Reality-Behandlungen sehe man Vorteile: Smartphones sind leicht verfügbar und in jeder Hosentasche zu finden, teure VR-Systeme oft nicht so leicht zugänglich.

Die Augmented-Reality-App namens Phobys wurde nach der erfolgreichen Studie in eine marktreife Version weiterentwickelt, die nun in den App Stores von Apple und Google zum Download bereitsteht. Die Anwendung kann kostenlos ausprobiert werden, für ein längerfristiges Training gegen Arachnophobie wollen die Entwickler allerdings ein Entgelt.

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