15.03.2011 14:56 |

Intelligentes Netz

Mehr Speed: Forscher wollen Internet "aufteilen"

Drastisch reduzierte Download-Zeiten für Webseiten und andere Daten aus dem Netz verspricht ein Forschungsprojekt an der TU Berlin. Dazu müsse der zunehmende Datenverkehr im Internet intelligenter gesteuert werden, sagte die Informatikerin Anja Feldmann am Dienstag in Berlin. Ihre Forschungen zielen darauf ab, Engpässe im Netz rechtzeitig zu erkennen und zu umgehen.

"Die Internet-Infrastruktur hat sich die letzten 20 bis 30 Jahre kaum verändert", sagte Feldmann. Ihr Team entwickelte den Prototypen für eine Technik mit der Bezeichnung "Provider-aided Distance Information System" (PaDIS). Diese nutzt Informationen der Internet-Zugangsanbieter über Staus im Netz.

Der Provider könnte dann gezielt Anfragen aus dem Netz an Server leiten, die frei von Engpässen sind. Die Zeit für die Übertragung von Daten könnte nach Einschätzung der Forscher so um das Vierfache gesteigert werden. Der PaDIS-Prototyp soll laut Feldmann demnächst getestet werden.

Unterschiedlichste Anforderungen
Ähnlich wie Forscher in anderen Projekten weltweit arbeitet die Informatikerin mit ihrem Team an einem "Internet-Redesign". Es gebe nur eine einzige Netz-Infrastruktur, die Anforderungen aber seien höchst unterschiedlich, erklärte die Wissenschaftlerin. Die einen wollen möglichst anonym surfen, bei anderen Anwendungen kommt es auf eine genaue Identifizierung des Nutzers an.

Online-Spieler benötigen möglichst kurze Reaktionszeiten im Netz. Beim Telefonieren übers Internet sollte es zu keinen Unterbrechungen kommen. "Das alles sind Widersprüche, die man schlecht auf derselben Architektur auflösen kann", sagte Feldmann.

Netz soll "aufgeteilt" werden
Ihr Team will daher "das Netz in mehrere Teilnetze, virtuelle Netze, splitten". Diese erfüllen dann unterschiedliche Anforderungen, laufen aber auf derselben Infrastruktur. Für solche Teilnetze wären unterschiedliche Internet-Protokolle erforderlich.

Wie schwierig die Umstellung da ist, zeigt gerade der jetzt fällige Wechsel von IPv4 auf IPv6, einer neuen Version des Internet-Protokolls mit einer nahezu grenzenlosen Erweiterung des Adressraums. Die Berliner Wissenschaftler setzen aber darauf, dass mit dem zunehmenden Datenvolumen der Bedarf an neuen Lösungen wächst.

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