21.05.2021 05:00 |

Unerträgliches Kopfweh

Mit Migräne muss man sich nicht abfinden!

Wenn rasch die richtige Diagnose gestellt wird, ist es möglich, das unangenehme, an sich unheilbare Leiden zu lindern. Dafür gibt es heutzutage neue, moderne Behandlungen.

Migräne ist zwar nicht lebensgefährlich, aber massiv „lebensqualitätseinschränkend“. In Österreich kämpft jede fünfte Frau damit. „Die Patienten leiden nicht nur, weil der Kopfschmerz stark in der Intensität vorkommt, die Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit sie an einen ruhigen, dunklen Ort zwingt und es gegebenenfalls zu Erbrechen, jedoch zumindest zu Übelkeit kommen kann“, beschreibt Neurologin Dr. Sonja-Maria Tesar, Leiterin der Kopfschmerzambulanz am Klinikum Klagenfurt (K). „Begleiterscheinungen wie Depression und Angststörung treten mitunter vor allem bei der chronischen Form (über 15 Tage pro Monat Kopfschmerzen, davon mindestens achtmal Migräne) noch dazu auf.“

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Betroffene haben auch Probleme damit, dass die Erkrankung unbehandelt bis zu sieben Tage andauern kann.

Dr. Sonja-Maria Tesar, Neurologin & Leiterin der Kopfschmerzambulanz am Klinikum Klagenfurt

Moderne Medikamente für die Geplagten
Doch den Patienten kann aktuell mit fortschrittlichen Mitteln geholfen werden, wie die Expertin weiter ausführt: „Therapeutisch vermögen wir für jeden heute durch multimodale Ansätze die Lebensqualität definitiv zu verbessern. Nichtmedikamentöse Therapieverfahren wie Entspannungstechniken u.ä. oder Ausdauersport stellen hier die Basis jeder Behandlung dar. Seit langem gibt es außerdem spezifische Medikamente zum Einsatz bei akuten Attacken. Neue, bald einsetzbare Substanzen greifen das CGRP an. Darunter versteht man ein Eiweißmolekül, das wesentlich an der Entstehung der Migräne beteiligt ist. Dieses wird auch jetzt schon im Rahmen der vorbeugenden Behandlung auszuschalten versucht. Auf diese Weise gelingt es oftmals, therapeutische Ziele von 100% migränefreien Monaten zu erreichen.“

Bevor den zermürbten Personen Hilfe zukommen kann, muss der Kopfschmerz allerdings ärztlich (neurologisch) genau eingeordnet werden. „Die Schilderung einer typischen Attacke ist dabei wesentlich. Ebenso stellen der zeitliche Verlauf und die Dauer wichtige Kriterien dar“, erläutert Prim. Dr. Otto Berger, MBA, Vorstand der Neurologischen Abteilung, Wiener Gesundheitsverbund, Klinik Favoriten in Wien. „Ein Kopfschmerzkalender belegt die Häufigkeit und hilft bei der Unterscheidung einzelner Ursachen. Eine genaue körperliche (klinische) Untersuchung ist ebenso erforderlich.“ Der Patient muss durch regelmäßige Kontrolltermine begleitet und zum zum Führen eines Kopfweh- sowie Medikamentenprotokolls motiviert werden.

Was kann man neben der Medikamenteneinnahme tun?
„Viele Migräniker profitieren etwa von einer regelmäßigen Magnesium-Einnahme. Verhaltensmaßnahmen zur Vermeidung auslösender Faktoren (Schlafmangel, Stress, Alkohol, grelles Licht, Lärm, etc.) sind sehr hilfreich. Gute Erfolge erzielt man bisweilen mit kalten Kompressen oder ätherischem Pfefferminzöl, das vorsichtig im Bereich der Schläfen einmassiert wird“, rät Apothekerin Mag. pharm. Kornelia Baumgartner. Botox vermag Migräne zu lindern oder sie hintanzustellen. Die Substanz hemmt die Erregungsübertragung der Nerven auf die Muskeln. Diese werden vermutlich während eines Anfalls so zusammengepresst, dass es zu Schmerzen kommt. Die Tiroler Plastische Chirurgin Dr. Julia Cordin: „Bei jenen, die durch Verspannungen des Frontalmuskels beeinträchtigt sind und deshalb unter Migräne leiden, hat es sich gut bewährt.“

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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