„Meteorhafte“ Zunahme

Drohnen in Leipzig: Paris prüft Anschlagsrisiko

Ausland
27.08.2026 09:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle setzt sich Frankreich nun intensiv mit der Gefahr von Anschlägen auf wichtige Unternehmen und die Infrastruktur des Landes auseinander.

Der Fund einer Sprengstoffdrohne in Leipzig sei ein Signal, dass man die Möglichkeit „direkterer, gewalttätigerer Aktionen“ auf französischem Territorium in Betracht ziehen müsse, erklärte die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Celine Berthon, am Mittwoch. Die Bedrohung betreffe vor allem die französische Verteidigungs- und Technologieindustrie, aber auch strategische Sektoren wie Energie und Kommunikation.

Am 4. August war auf dem deutschen Flughafen eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs entdeckt worden, das für Militärtransporte genutzt wird. Berthon sagte nicht, wer hinter dem versuchten Anschlag vermutet wird.

Die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Celine Berthon
Die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Celine Berthon(Bild: AFP/THOMAS SAMSON)

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte jedoch am Dienstag angekündigt, die Regierung in Berlin werde bald bekannt geben, wer für den Vorfall verantwortlich sei. Die Regierung in Moskau hat eine Beteiligung zurückgewiesen.

Frankreich fällt bei Drohnen-Entwicklung zurück
Berthon warnte auf einem Wirtschaftsforum zudem vor einer „meteorhaften“ Zunahme sogenannter hybrider Bedrohungen seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Dazu zählten Cyberangriffe und von lokalen Stellvertretern ausgeübte Gewalt.

Der Chef der französischen Streitkräfte, General Fabien Mandon, warnte, Frankreich falle bei der Entwicklung von Billigdrohnen und der notwendigen Abwehr hinter potenzielle Gegner zurück. „Jede Nacht starten 800 bis 1000 Drohnen von der Ukraine aus in Richtung Russland. Die Russen haben eine ungefähr gleichwertige Produktion“, so Mandon.

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