Hollywood trauert um Tim Curry. Der Star aus Kultfilmen wie „Rocky Horror Picture Show“, „Es“ oder „Kevin – Allein in New York“ starb im Alter von 80 Jahren. Stars wie Luke Evans, Carol Burnett oder Rob Schneider nehmen mit bewegenden Worten Abschied.
Carol Burnett, die in der Musicalverfilmung „Annie“ von 1982 die Schwester von Currys Figur Dennis Francis „Rooster“ Hannigan spielte, erinnerte sich auf Instagram liebevoll an ihren Schauspielkollegen.
Sehen Sie hier das Posting von Carol Burnett zum Tod von Tim Curry:
„Wir hatten eine so wunderbare Zeit bei der Zusammenarbeit an ,Annie‘“, schrieb die 93-Jährige zu einem Ausschnitt, in dem sie gemeinsam mit Curry und Bernadette Peters die Nummer „Easy Street“ singen. „Niemand konnte liebenswerte Schurken besser spielen als er“, fuhr Burnett fort. „Er war ein lieber Freund. Ich bin dankbar, ihn gekannt zu haben.“
Rosie O‘Donnell veröffentlichte ein Foto von Tim Curry auf ihrem Instagram-Profil und schrieb dazu, er sei der „liebste Mann“ gewesen. Selma Blair meldete sich in der Kommentarspalte unter Currys letztem Instagram-Beitrag zu Wort und schrieb: „Ruhe in Frieden. Du warst ein lieber und wunderbarer Mensch.“
Sehen Sie hier das Posting von Rosie O‘Donnell zum Tod von Tim Curry:
Evans veröffentlicht Brief an Curry
Luke Evans hatte eine ganz besondere Verbindung zu Tim Curry: Er stand bis zum vergangenen Sonntag in der Kultrolle des Frank N. Furter in der jüngsten Neuinszenierung am Broadway auf der Bühne. Nach dem Tod von Curry veröffentlichte Evans nun einen Brief auf Instagram, den er erst vor drei Wochen an seinen Schauspielkollegen geschrieben hatte.
„Lieber Tim, da es nur noch drei Wochen sind, bis ich die Netzstrümpfe und High Heels endgültig an den Nagel hänge, wollte ich dir diese Zeilen schreiben“, hieß es darin – und weiter: „Auch wenn wir uns nie persönlich begegnet sind, warst du von Anfang an Teil dieser Reise.“ Jeder Schauspieler, der in diese Rolle schlüpfe, „tritt unweigerlich in einen Dialog ein, der mit dir begonnen hat – und dieses Gefühl hat mich jeden einzelnen Abend begleitet“, so Evans.
Nach dem Tod von Tim Curry veröffentlichte Luke Evans seinen Brief an den legendären „Rocky Horror Picture Show“-Star auf Instagram:
„Es wird immer nur einen Tim Curry geben“
„Mit dir verglichen zu werden, war eines der größten Komplimente, die ich je erhalten habe – auch wenn es ein Vergleich ist, dem niemand je wirklich gerecht werden könnte“, schwärmte der Brite, der unter anderem in „Der Hobbit“ mitspielte. „Es gibt und wird immer nur einen Tim Curry geben.“
Darum habe er auch „nie versucht, deine Darstellung zu kopieren. Das wäre unmöglich gewesen. Ich wollte lediglich jene außergewöhnliche Figur würdigen, der du Leben eingehaucht hast, und dabei meinen eigenen Weg finden, sie zu verkörpern“, erklärte Evans in seinem Brief.
Da sich sein Engagement am Broadway nun zu Ende neige, wollte sich Evans bei Curry noch einmal bedanken: „für deine furchtlose Darbietung, dafür, dass du etwas so Bleibendes geschaffen hast, und dafür, dass du Generationen von Schauspielern dazu inspiriert hast, ein wenig mutiger zu sein, als sie es sich selbst zugetraut hätten.“
Rob Schneider „tieftraurig“
Rob Schneider, einer von Currys Kollegen aus „Kevin – Allein in New York“ von 1992, sprach sein Beileid auf X aus. „Tieftraurig. Der sensationelle Charakterdarsteller Tim Curry hat die Bühne verlassen“, schrieb er.
Und weiter: „Ein wahrhaft begnadeter Darsteller auf der Bühne und vor der Kamera; schon eine einzige seiner Augenbrauen konnte mehr ausdrücken als der gesamte Körper der meisten anderen Schauspieler. Ich bin dankbar für das seltene Privileg, ihn bei der Arbeit erlebt zu haben – allein seine Nähe machte einen selbst besser.“
„Letztes Gespräch drehte sich um Leben, Liebe, Lachen“
Michael McKean, der 1985 an der Seite von Curry in der Krimikomödie „Clue – Alle Mörder sind schon da“ spielte, gab nach dem Tod des Briten Einblick in die gesundheitlich schwierigen Jahre des Briten. „Mein letztes Gespräch mit Tim Curry drehte sich um das Leben, die Liebe und das Lachen“, schrieb er auf X.
Und weiter: „Der schlimme körperliche Zustand, in dem er sich befand, hat nun ein Ende gefunden – ein Segen. Unser Segen war, dass wir Tim Curry in unserem Leben hatten. Ruhe in Frieden, mein Freund.“
Lesley Ann Warren, die ebenso mit Curry für „Clue“ vor der Kamera stand, schrieb: „Mein lieber Komplize, der brillante, urkomische, zum Brüllen komische Zauberer der Schauspielkunst hat uns verlassen. Was für eine unglaubliche Freude, mit ihm vor der Kamera gestanden zu haben und mit einem solchen Ausnahmetalent zu interagieren. Ich habe ihn verehrt. Gott segne seine wilde und beseelte Seele. Ich hab‘ dich lieb, Tim.“
Jahrzehntelange Karriere
Tim Curry, der für seine markante Baritonstimme und seine häufig extravaganten Rollen bekannt war, blickte auf eine jahrzehntelange Karriere in Film, Fernsehen und Theater zurück. Er spielte in zahlreichen Hollywood-Produktionen, wurde dreimal für einen Tony Award nominiert und war zudem als Sprecher in Animationsfilmen und Fernsehserien tätig.
Seinen Durchbruch feierte Curry aber mit „The Rocky Horror Picture Show“. In dem Horror-Musical spielte er an der Seite von Susan Sarandon und Barry Bostwick den exzentrischen Dr. Frank N. Furter. Die Rolle machte ihn international bekannt und blieb bis zuletzt eng mit seiner Karriere verbunden. Später sorgte er etwa als Horror-Clown Pennywise für Albträume.
Schlaganfall im Jahr 2012
Seit einem Schlaganfall im Jahr 2012 – Curry war damals 67 Jahre alt – war er teilweise gelähmt und saß im Rollstuhl. Seinen Humor verlor er dadurch nicht. „Am Tag vor dem Schlaganfall hab ich drei Schachteln geraucht“, scherzte er noch vor Kurzem in einem „Guardian“-Interview. „Das werde ich nicht wieder machen.“
Er ließ sich nicht unterkriegen und arbeitete weiter als Sprecher. Als die „Rocky Horror Picture Show“ 2016 fürs Fernsehen neu verfilmt wurde, wirkte Curry als Erzähler mit. Auf Conventions und Festivals begeistert er seine Fans mit Anekdoten aus seinem bewegten Leben. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er seine Autobiografie „Vagabond“, die er als Hörbuch einsprach.
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