01.03.2021 08:21 |

Krimi um Lockerungen

Landeschefs drängen auf Öffnung, Virologen bremsen

Der dramaturgische Aufbau verspricht einen Krimi um weitere Lockerungs-Pläne beim heute stattfindenden Corona-Gipfel. Während die meisten Landeschefs auf ein Hochfahren des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens noch vor Ostern drängen, bremsen die Virologen aufgrund der düsteren Prognosen. So ist für die Regierungsberaterin und Epidemiologin Eva Schernhammer „Vorsicht die Mutter der Porzellankiste“

Noch lässt sich die Koalition nicht in die Karten sehen, man wolle „die derzeitige Situation aber nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, hieß es am Wochenende aus dem Bundeskanzleramt. Am späten Nachmittag um etwa 17 Uhr soll die Bevölkerung jedenfalls informiert werden. Die Vorentscheidung ist aber wohl - wie berichtet - hinter den Kulissen schon gefallen.

Mutationen treiben Reproduktionsfaktor nach oben
Denn tatsächlich sprechen die steigenden Infektionszahlen mit einem Sonntagsrekord von mehr als 2100 Fällen (noch nie gab es heuer an diesem Vergleichstag mehr) derzeit gegen weitere Öffnungen von Gastronomie, Kultur und Hotels noch im März. Auch der berüchtigte R-Faktor, also die Reproduktionsrate bzw. wie viele Menschen eine erkrankte Person ansteckt, ist mit 1,16 schon (zu) hoch. Der Grund sind die immer mehr im Land grassierenden Mutanten.

Gastronomie will auf Eintrittstests setzen
Für Wirte & Co. dürfte es also weiterhin heißen: Bitte warten! Die Wirtschaft macht allerdings massiv Druck, etwa die erfolgreichen Eintrittstests auch für Besucher von Cafés oder Restaurants einzusetzen und zumindest die Schanigärten zu öffnen, jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht. Dazu kommt die gesamte Kulturwelt, die wieder ihre Arbeit aufnehmen will. Nicht zuletzt drängen die Sportorganisationen auf Lockerungen im Amateur- und Freizeitbereich.

„In Mehrzahl der Bundesländer dominiert britische Variante“
Auch mehrere Landeshauptleute taten sich in den vergangenen Tagen mit Öffnungswünschen hervor, auf der anderen Seite stehen aber die medizinischen Experten, die vor allem wegen der ansteckenderen Virusvarianten vor Lockerungen warnen. Diese Gefahr sieht auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober: „In der Mehrzahl der österreichischen Bundesländer dominiert die britische Variante bereits. Da diese ein um rund 30 Prozent höheres Ansteckungsrisiko aufweist, steigen die Infektionszahlen parallel zur Ausbreitung der Variante." Dieser Trend zeige sich nicht nur in Österreich, sondern in fast allen europäischen Ländern.

Christoph Budin
Christoph Budin
Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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