24.01.2021 06:10 |

Nachfrage steigt

Sommerurlaub 2021: Jetzt buchen oder nicht?

Die EU plant starke Reisebeschränkungen mit „dunkelroten Zonen“, im Internet locken Urlaubsschnäppchen. Was tun?

Eine Woche im Vier-Sterne-Hotel auf Mallorca mitten in der Hauptsaison für 300 Euro pro Person. Gibt’s nicht? Doch. Wer online nach Urlauben schaut, findet Tiefpreis-Schnäppchen wie nie zuvor. Wen wundert’s, dass es so manchen bei diesen Angeboten in den Fingern juckt. Das bemerkt auch Sabine Riedl, Fachgruppenobfrau der Reisebüros NÖ: „Die Österreicher stehen in den Startlöchern.“ Die Nachfrage für die Sommermonate Juni, Juli und August steige.

Gleichzeitig will die EU für „nicht essenzielle Reisen“ gerade starke Reisebeschränkungen einführen. Ist es aktuell also sinnvoll, einen Urlaub zu buchen? „Nein“, sagt Emanuela Prock von der AK Wien. „Wir empfehlen von langfristigen Buchungen abzusehen, weil man nicht weiß, wie sich die Situation entwickeln wird“, so die Expertin. Denn wenn man jetzt bucht, könne man später nicht kostenlos zurücktreten, da die Pandemie nicht mehr unvorhergesehen und außergewöhnlich sei.

Allerdings könnte es aufgrund der Schnäppchen dazu kommen, dass das Wunschhotel zum Wunschzeitpunkt ausgebucht sei – „denn es steigen auch international die Buchungen“, weiß Sabine Riedl. Wie also Urlaubssehnsüchte stillen, ohne auf Kosten sitzen zu bleiben? Das gehe nur, wenn man „vertraglich und schriftlich mit dem Anbieter vereinbart, dass man bis kurz vor Reiseantritt kostenlos zurücktreten kann“, so Prock. Ist das nicht möglich, solle man „prüfen, wie viele Stornokosten anfallen würden“.

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Ich empfehle jetzt zu buchen, weil die Preise sensationell sind. Die Anbieter sind in Sachen Rücktritt viel flexibler geworden.

Sabine Riedl, Fachgruppenobfrau der Reisebüros NÖ

Reiseanbieter bieten flexiblere Bedingungen
Darauf haben sich viele Anbieter bereits eingestellt, erklärt Riedl. TUI etwa hat einen „Flex-Tarif“ eingeführt. „Damit können unsere Kunden bis 14 Tage vor Anreise weltweite Flugpauschalreisen gebührenfrei umbuchen oder stornieren“, so der Reiseanbieter. Den „Flex-Tarif“ muss man allerdings vorher dazukaufen.

Einig sind sich Riedl und Prock, dass es aktuell sinnvoller sei, Pauschalreisen in Reisebüros zu buchen, als selbstständig im Internet. „Denn dann hat man eine Ansprechperson für Flug und Hotel“, sagt Prock. Zudem würde bei einzelnen Hotelbuchungen im Internet das ausländische Recht greifen, und da „gibt es vielleicht andere Konsumentenschutzbestimmungen“, so die AK-Expertin. Außerdem sollte man die Reisewarnungen auf der Webseite des Außenministeriums im Blick behalten. Und: Wer jetzt bucht, dem sollte klar sein, dass im Urlaubsland vermutlich auch Corona-Maßnahmen warten.

Kronen Zeitung

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