21.01.2021 05:50 |

Datenschutz

Autonomes Fahren: Streit in Deutschland um Gesetz

Wegen offener Fragen beim Datenschutz hat das deutsche Justizministerium einen Gesetzesentwurf von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum autonomen Fahren vorerst abgelehnt. Hohe Datenschutzstandards bei Mobilitätsdaten und klare Haftungsregelungen seien aus Sicht des Ministeriums zentrale Voraussetzungen, um bei Verbrauchern die Akzeptanz für neue Technologien und digitale Dienste im Verkehrsbereich zu schaffen, sagte eine Sprecherin von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Das Justizministerium sehe hierin auch eine notwendige Grundvoraussetzung, um Rechtssicherheit für Produzenten und bereitstellende Unternehmen herzustellen, so die Sprecherin weiter. Aus Sicht des Ministeriums seien deshalb noch eine Reihe wichtiger Fragen zu klären.

Laut „Handelsblatt“ verweigert das Justizministerium eine Zustimmung vor allem deswegen, weil laut Entwurf Daten wie Routen auf Anfrage über das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt an den Verfassungsschutz oder das Bundeskriminalamt übermittelt werden können sollen. Eine entsprechende „Datenübermittlungsregelung“ habe das Justizministerium in den Gesetzesplänen von Scheuer identifiziert. Die entsprechenden Vorschriften seien „zu streichen“, forderten Beamte des Ministeriums.

„Blockade gefährdet Hunderttausende Arbeitsplätze“
Kritik am Justizministerium kam von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). „Bundesjustizministerin Christine Lambrecht muss beim autonomen Fahren von der Bremse“, sagte Wüst der Deutschen Presse-Agentur. „Die Blockade des Gesetzesentwurfs für Roboterfahrzeuge gefährdet die deutsche Technologieführerschaft und damit Hunderttausende Arbeitsplätze in der Automobilwirtschaft. Das können wir uns nicht leisten. Die Bundesregierung darf ihren Plan nicht aufgeben und muss noch in dieser Wahlperiode sicherstellen, dass ein Gesetz zum autonomen Fahren verabschiedet wird.“

Immer weitere Stufen des autonomen Fahrens machten den Verkehr sicherer und flüssiger und brächten so auch ökologische Vorteile, so Wüst. „Die dürfen wegen Ressort-Eitelkeiten nicht geopfert werden.“ Verkehrsminister Scheuer will mit dem Gesetz ermöglichen, dass autonome Fahrzeuge schon in den kommenden Jahren im öffentlichen Straßenverkehr im Regelbetrieb fahren können. Deutschland soll nach früheren Aussagen des Ministers beim autonomen Fahren international eine Führungsrolle einnehmen.

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