Insgesamt registrierte McAfee im dritten Quartal über 14 Millionen unterschiedliche Malware-Exemplare. Das sei eine Million mehr als im selben Quartal des Vorjahres, so der Sicherheitsanbieter. Die Zahl wächst demnach täglich um durchschnittlich 60.000 neue Ausprägungen an, was nahezu einer Vervierfachung der Zuwachsrate seit 2007 entspricht.
Eines der raffiniertesten Schadprogramme im dritten Quartal 2010 sei das Botnet Zeus gewesen, mit dem ukrainische Cybergangster bei Kleinunternehmen in den USA 70 Millionen Dollar abschöpften, so McAfee. In jüngster Zeit nahmen die Verbrecher vermehrt mobile Geräte ins Visier, um mit dem Zeus-Bot SMS-Nachrichten zur Bestätigung von Transaktionen im Online-Banking abzufangen und so Zugriff auf die Konten ihrer Opfer zu erlangen.
Das Unternehmen stellte zudem fest, dass der Zeus-Bot verstärkt per E-Mail unter dem Deckmantel renommierter Unternehmen wie FedEx und Western Union oder der amerikanischen Staatspost in Umlauf gebracht wurde.
Angriffe auf CIA und FBI
Botnets zeigten sich laut McAfee generell sehr aktiv, wobei allein das im dritten Quartal besonders beliebte Cutwail-Botnet in allen untersuchten Ländern für einen hohen Anteil des Traffics verantwortlich war. Cutwail-Bots waren an sogenannten DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) auf mehr als 300 Websites beteiligt, darunter US-Behörden wie CIA und FBI und kommerzielle Sites wie die von Twitter und PayPal.
Ende des Missbrauchs nicht in Sicht
Obwohl Angriffe auf Social-Media-Seiten - etwa durch das Botnet Koobface - anscheinend rückläufig waren, sei ein Ende des Missbrauchs der entsprechenden Websites durch Cyberkriminelle nicht abzusehen.
Twitter beispielsweise liefere ihnen Informationen über häufig verwendete Suchbegriffe. Mit Hilfe von URL-Verkürzungsdiensten, die das eigentliche Linkziel verborgen halten, können sie Internetnutzer, die genau nach diesen Begriffen suchen, auf Websites leiten, die mit Schadcode infiziert sind.
So führten im untersuchten Quartal 60 Prozent der beliebtesten Suchbegriffe bei Google innerhalb der 100 ersten Suchergebnisse zu bösartigen Websites.
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