PC in den Wolken

Alles online vereint: Dein Web-Browser als Betriebssystem

Web
12.11.2010 11:30
Noch heuer möchte Google mit Chrome OS sein bereits seit langem angekündigtes "Internet-Betriebssystem" veröffentlichen. Der Browser soll damit zum Fenster zur Datenwolke werden, über das Anwendungen aller Art sowie Speicherkapazitäten flexibel und unabhängig von der eigenen Systemkonfiguration bezogen werden können. Neu ist die Idee allerdings nicht: Schon jetzt können Nutzer die Vorzüge eines "Online-Betriebssystems" genießen und direkt aus dem Browser heraus auf nahezu alle auch von Windows gewohnten Funktionen zugreifen. krone.at stellt vier kostenlose Anbieter vor.

Experten und große IT-Konzerne wie Microsoft, IBM oder eben auch Google sind sich einig: Dem sogenannten Cloud-Computing gehört die Zukunft. Das Prinzip dahinter: Anbieter stellen auf ihren externen Servern Software und Speicher zur Verfügung. Nutzer können unabhängig vom Betriebssystem und der eigenen Hardware darauf zugreifen und beispielsweise Bilder bearbeiten, Texte erstellen oder auch Spiele spielen. Um die Vorteile der "Datenwolke" zu nutzen, bedarf es lediglich eines Browsers samt bestehender Internetverbindung.

Einen entscheidenden Nachteil bringt das Arbeiten gerade mit Online-Betriebssystemen jedoch mit sich: Alle Inhalte, die erstellt, bearbeitet und gespeichert werden, unterliegen der Verantwortung des jeweiligen Anbieters. Wie vertrauensvoll dieser mit den privaten und zum Teil sensiblen Dateien der Nutzer umgeht, ist nur schwer kontrollier und nachvollziehbar. Hier gilt wie sonst im Internet prinzipiell auch: Was privat ist und weiterhin bleiben soll, sollte nicht leichtfertig in virtuellen Verzeichnissen gespeichert werden - und wenn doch, dann am besten verschlüsselt, etwa mit der kostenlosen Software "TrueCrypt" (siehe Infobox).

Viel Software unter einem Browser-Dach
Von datenschutzrechtlichen Bedenken einmal abgesehen, können Internet-Betriebssysteme wie "eyeOS", "GlideOS", "Online Operating System" (OOS) oder "iCloud" (siehe Infobox) bestimmte Arbeitsabläufe doch erheblich beschleunigen und vereinfachen, bündeln sie – wie von einem "normalen" Betriebssystem gewohnt – doch Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Kalender, E-Mail (samt eigener Adresse), Kontaktemanager, Präsentationssoftware, Notizzettel, Taschenrechner, Mediaplayer, Bildbetrachter, Foto-Editor und selbst kleine Spiele unter einem Browser-Dach. Hinzu kommen nützliche Tools wie FTP-Clients, integrierte Chats oder wie bei "iCloud" eine Twitter-Anbindung, die die Kommunikation und das gemeinsame Arbeiten mit Freunden und Kollegen erleichtern.

Einfach und leicht verständlich
Alle vier genannten Anbieter sind überdies kostenlos und können nach einer simplen Registrierung mittels Benutzername und Passwort unmittelbar und logischerweise ohne Installation in Betrieb genommen werden. Das Passwort sollte allerdings aus den oben genannten Datenschutzgründen gut gewählt sein - mehr Tipps dazu in der Infobox! Bis auf "GlideOS" sind zudem alle Online-Betriebssysteme auf Deutsch verfügbar. Das Navigieren dürfte aber ohnehin nicht schwer fallen, orientieren sich abermals mit Ausnahme von "GlideOS" doch alle Systeme stark an Microsofts Windows: "OOS" an XP, "eyeOS" und vor allem "iCloud", das in optischer Hinsicht sicherlich am ansprechendsten ist, eher an Windows 7 – inklusive transparenter Fenster.

Bis zu 30 GB kostenloser Speicherplatz
In Sachen Speicherplatz hat "GlideOS" jedoch die Nase vorne. Während "OOS" ein Gigabyte und "iCloud" in der kostenfreien Version drei Gigabyte (plus drei als Backup) an Speicherplatz zur Verfügung stellt, bietet "GlideOS" 30 Gigabyte virtuellen Speicher – kostenlos! Wer 50 Dollar im Jahr zahlt, bekommt zusätzliche 220 Gigabyte sowie die Möglichkeit, statt sechs insgesamt 25 Benutzerkonten einzurichten. Unterschiede bei den Anbietern gibt es auch hinsichtlich der Upload-Limits: Während bei "GlideOS" beliebig große Dateien hochgeladen werden können, sind bei "iCloud" bloß 150 Megabyte, bei "eyeOS" gar nur 50 Megabyte am Stück möglich.

Einfach ausprobieren
Welchem Web-Betriebssystem man schlussendlich den Vorzug gibt, ist jedoch vor allem eine Frage der eigenen Vorlieben und Gewohnheiten. Da alle vier genannten Systeme kostenlos sind und noch dazu ohne umständliche Registrierung ankommen, können Interessierte bequem erproben, welche Benutzeroberfläche ihnen am ehesten zusagt. Vor allem für Nutzer eher leistungsschwacher Geräte wie Netbooks können Internet-Betriebssysteme bei entsprechend flüssiger Internetverbindung eine lohnende Alternative zum herkömmlichen Software-Betrieb darstellen.

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