Je älter man werde, desto öfter werde man mit der Sterblichkeit konfrontiert – Großeltern sterben, Eltern sterben und irgendwann sterben auch Freunde. Ganz weg wolle aber niemand sein, so die beiden Deutschen Matthias Krage und der ehemalige "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort ("Fakten, Fakten, Fakten"), die daher mit Stayalive (siehe Infobox) eine virtuelle Gedenkstätte ins Leben riefen, die jeder schon zu Lebzeiten für sich selbst, aber auch für andere anlegen können soll.
Dinge, die man mit der verstorbenen Person verbindet und an die man sich und andere gerne dauerhaft erinnern möchte, beispielsweise Fotos, Videos, Dokumente, Musik oder auch Familienrezepte, sollen online abgespeichert werden und so ein virtuelles "Lebensbuch" schaffen, "das anderen die Momente und Eindrücke hinterlässt, die einem selbst einmal wichtig waren", heißt es auf der Website.
Tresor für persönliche Unterlagen
Wie in anderen sozialen Netzwerken auch, können Nutzer selbst entscheiden, welchen Personen sie ihre Gedenkstätte zugänglich machen. Auch, wer den Tod vermelden darf, entscheide der Nutzer. Durch mehrere Rückkoppelungen und Prüfsystematiken sei ein Missbrauch ausgeschlossen, betonen die Betreiber, die auf Wunsch wichtige Nachrichten und Dokumente bis zum Ableben des Nutzers in einem virtuellen Tresor verwahren.
"Bis zum Tod sind alle in den Tresor gelegten Unterlagen selbst-verständlich nur für den Benutzer sichtbar – sogar die Tatsache, dass der Benutzer über einen Tresor verfügt, ist nirgends einsehbar. Nach dem Tod werden dann Nachrichten und Dokumente an vorab definierte Empfänger weitergeleitet", so die Portalgründer.
Ebenfalls anderen sozialen Netzwerken entlehnt ist die Möglichkeit, Gruppen zu erstellen und so die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen aufrecht zu erhalten. Die Verknüpfung mit existierenden Friedhöfen, auf denen die virtuellen Grabstätten angelegt werden können, bildet dabei die Verbindung zur Realität ab.
499,90 Euro für die digitale Unsterblichkeit
Ein wesentlicher Unterschied zu Facebook und Co. aber ist: Die Nutzung ist kostenpflichtig. Stayalive sei kein Fun-Portal, sondern ein ernsthaftes Angebot. Werbung in diesem Umfeld sei daher nicht geplant, so die Macher. Wer über seinen Tod hinaus online zumindest ein Jahr lang unsterblich sein möchte, zahlt 20 Euro. Pakete für sechs (50 Euro), zehn (100 Euro) oder zwanzig Jahre (160) werden ebenfalls angeboten.
Wer "unendlich" unsterblich sein möchte, kann für rund 500 Euro das sogenannte Eternity-Paket erstehen, welches nach deutschen Datenschutzstandards eine unbegrenzte Sicherung der Daten gewährleisten soll. Gräber, so der Hinweis, würde im Schnitt bereits nach spätestens 20 Jahren aufgelassen.
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