Razzia in Japan

Nutzerdaten nach YouTube-Video beschlagnahmt

Web
10.11.2010 11:01
Wegen eines unerlaubt im Internet veröffentlichten Videos hat die japanische Justiz am Sitz des Internetriesen Google in Tokio Nutzerdaten beschlagnahmt. Einem Bericht des öffentlichen TV-Senders NHK vom Dienstag zufolge leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein, um den oder diejenigen zu finden, die den Film auf die Videoplattform stellten.

Das 44-minütige Video zeigt den Zusammenstoß eines chinesischen Fischerbootes mit zwei japanischen Patrouillenbooten Anfang September nahe einer umstrittenen Inselkette, der zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt hatte.

Nach dem Zusammenstoß der Boote hatte die japanische Marine den Kapitän und seine Mannschaft festgenommen. Nach harschen Reaktionen aus China wurde die Mannschaft einige Tage später wieder freigelassen, der Kapitän aber blieb noch einige Wochen lang in Gewahrsam. Inzwischen ist er auch wieder in China.

NHK zufolge wurde der offenbar von der Küstenwache gestohlene Film Anfang der Woche bei YouTube eingestellt. Japan bestätigte die Echtheit der Aufnahmen, die bisher nur die japanische Regierung, Sicherheitsbeamte und einige Abgeordnete sehen durften. Die Ermittler wollen nun sämtliche IP-Adressen der YouTube-Nutzer überprüfen, um herauszufinden, wer das Video ins Internet stellte. Google selbst wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

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